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07.08.2017

Waldbrandübung Veitshöchheim

Während den letzten Jahren sind in Deutschland extreme Naturereignisse aufgetreten, die große, teilweise gar verheerende Schäden verursacht haben. Aufgrund der klimatischen Veränderungen sind Sturmschäden, Hochwasser und Hitzewellen keine Seltenheiten. Nach diesen Erkenntnissen werden sich diese Naturereignisse häufen und sich in ihrer Auswirkung verstärken.

Die Gemeinde Veitshöchheim hat eine Größe von 1076 ha davon sind 279 ha Waldgebiet und 342 ha Landwirtschaftsflächen. Die Wald- und Flurflächen sind unter anderem als Wanderwege, Radwege und Fußwege ausgebaut und werden sehr stark benutzt.

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu kleineren und mittleren Flurbränden an der Kreisstraße WÜ 3 Veitshöchheim Richtung Güntersleben. Ursache hierfür waren Fahrlässigkeit, Brandstiftung, natürliche Entzündung und ein hoher Anteil ungekannter Ursachen. Bei einem ausgedehnten Wald- oder Flächenbrand kann dieser nur gemeinschaftlich im Rahmen der nachbarlichen Hilfe erfolgreich bekämpft werden. Bei einer Waldbrandalarmübung, organisiert von der Freiw. Feuerwehr Feuerwehr Veitshöchheim wurde das Zusammenwirken der einzelnen Feuerwehren und Organisationen überprüft.

Angenommen wurde eine seit Tagen trockene Witterung mit Temperaturen über 30° und damit die höchste Waldbrandstufe. Die Regierung von Unterfranken als zuständige Katastrophenschutzbehörde hat Luftbeobachter beauftragt, die gefährdeten Gebiete zu kontrollieren. Für die Übung angenommen wurde die Alarmierung durch die Leitstelle Würzburg nach Eingang einer Feuermeldung im Bereich des Waldgebietes „Talberg“ auf Veitshöchheimer Gemarkung durch die Luftbeobachter.

Als zuständige Ortsfeuerwehr wurde zunächst die Freiw. Feuerwehr Veitshöchheim alarmiert, die von einen Hydranten eine ca. 1000 m Schlauchleitung zu einem ersten Löschangriff vorbereitete. Rasch wurde klar, dass weitere Kräfte zur Unterstützung gebraucht werden, um einen Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen zum angenommenen Brandherd aufzubauen und eine rund 1500m lange Schlauchstrecke zum Main zu verlegen. Vom Main zum angenommenen Brandherd mussten rund 80 Höhenmeter überwunden werden, was den Einsatz von insgesamt XX Feuerlöschpumpen im Streckenverlauf nötig machte. Nachalarmiert wurden die Freiwilligen Feuerwehren Thüngersheim, Güntersleben, Margetshöchheim, Zell am Main, Höchberg, Oberdürrbach, Unterdürrbach und Rimpar, sowie die Landkreisführungskräfte mit der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, stationiert bei der FF Rottendorf.

Während die Feuerwehren Veitshöchheim, Thüngersheim, Güntersleben, Margetshöchheim, Oberdürrbach und Unterdürrbach sich um die Löschmaßnahmen vor Ort kümmerten und einen Pendelverkehr zur Heranschaffung von Löschwasser organisierten, wurden die Feuerwehren Zell am Main, Höchberg und Rimpar mit der Wasserentnahme aus dem Main und dem Aufbau der Löschwasserstrecke vom Main bis zum Brandherd beauftragt. Mit insgesamt rund 100 Einsatzkräften waren weniger Einsatzkräfte an der Übung beteiligt, als in der Vorplanung angenommen, trotzdem konnte das aufgebaute Szenario in rund 4 Stunden bearbeitet und der angenommene Brand gelöscht werden. Zu bedenken ist dabei, dass einzelne Feuerwehren wie Höchberg oder der Abrollbehälter Schaum/Wasser mit dem Wechselladerfahrzeug des Landkreises erst vom Feuerwehrzentrum in Klingholz bei Reichenberg anfahren mussten.

Die gesteckten Übungsziele Aufnahme der Waldbrandbekämpfung, Aufbau der Führungsstruktur, Sicherstellung der Kommunikation, Sicherstellung der Wasserversorgung, Raumordnung an der Einsatzstelle und die Zusammenarbeit der Feuerwehren in den Abschnitten konnte erprobt und gefestigt werden.
Anfängliche Kommunikationsprobleme und weitere Verbesserungsmöglichkeiten werden unter den beteiligten Führungskräften in nächster Zeit besprochen.

Am Übungseinsatz beteiligt:

  • Freiw. Feuerwehr Veitshöchheim mit Mehrzweckfahrzeug, Löschgruppenfahrzeug LF 16/12, Tanklöschfahrzeug 16/25, Schlauchwagen SW 1000, Kleinalarmfahrzeug, Drehleiter und Mannschaftstransportwagen
  • Freiw. Feuerwehr Güntersleben mit Löschgruppenfahrzeug 8/6 und Mehrzweckfahrzeug
  • Freiw. Feuerwehr Thüngersheim mit Löschgruppenfahrzeug 16/12 und Mehrzweckfahrzeug
  • Freiw. Feuerwehr Rimpar mit Gerätewagen-Logistik
  • Freiw. Feuerwehr Margetshöchheim mit Tanklöschfahrzeug 8/18 und Mehrzweckfahrzeug
  • Freiw. Feuerwehr Zell am Main mit Löschgruppenfahrzeug 8/6 und Mehrzweckfahrzeug
  • Freiw. Feuerwehr Höchberg mit Schlauchwagen SW 2000 und Mehrzweckfahrzeug
  • Freiw. Feuerwehr Oberdürrbach mit Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser
  • Freiw. Feuerwehr Unterdürrbach mit Tanklöschfahrzeug 24/50, Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 10 und Mehrzweckfahrzeug
  • Kreisbrandinspektion Würzburg mit Einsatzleitfahrzeug ÖEL, stationiert bei der Freiw. Feuerwehr Rottendorf und unterstützt durch ein Mehrzweckfahrzeug der FF Rottendorf
  • Kreisbrandinspektion Würzburg mit einem Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehälter AB Schaum/Wasser
  • Kreisbrandinspektion Würzburg mit den Führungskräften Kreisbrandrat Land 1 Michael Reitzenstein, Kreisbrandinspektoren Land 3 Mathias Olbrich und Land 5 Winfried Weidner, Kreisbrandmeister Land 2/2 Jürgen Fuß, Land 2/3 Dieter Schöll, Land 3/1 Ralf Geißler, Land 3/2 Norbert Groschup, Land 3/3 Marco Höhn, Land 4/1 Markus Dürr, Land 4/3 Felix Enzelberger, Fach-KBM Funk Land 7/1 Heiko Menig und Fach-KBM Funk Land 7/2 Florian Fischer
  • Luftbeobachter der Luftrettungsstaffel Bayern
  • Berufsfeuerwehr Würzburg mit zwei Kommandowagen (stellv. Leiter Branddirektor Thosten Ante und Brandamtsrat Michael Neis als Übungsbeobchter)
  • Bayerisches Rotes Kreuz mit einem Krankentransportwagen (Absicherung der Einsatzkräfe)

Text: Dirk Wiesner