Neues Rettungseinsatzfahrzeug eingeweiht: Stärkung der Notfallversorgung im Rettungsdienstbereich Würzburg
Die Würzburger Blaulichtwelt hat ihr erstes Rettungseinsatzfahrzeug (REF) feierlich eingeweiht. Das REF ist bei der Johanniter-Unfall-Hilfe stationiert und ab dem 2. Januar 2026 im Einsatz. Es handelt sich zunächst um einen auf zwei Jahre befristeten Probebetrieb in der Stadt Würzburg und den angrenzenden Landkreisen Kitzingen, Main-Spessart und Würzburg. Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Würzburg hatte sich beim Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration erfolgreich für die Einführung des Fahrzeugs eingesetzt, um den Rettungsdienst im Leitstellenbereich nachhaltig zu entlasten.
Das REF ist speziell für sogenannte Bagatelleinsätze konzipiert, bei denen bisher häufig ein Rettungswagen mit zwei Fachkräften ausrücken musste. Im REF fährt ein speziell geschulter Notfallsanitäter, der am Einsatzort eine medizinische Ersteinschätzung vornimmt. Je nach Situation entscheidet er, ob ein Rettungswagen nachalarmiert werden muss, ein Krankentransport ausreicht, eine Versorgung vor Ort möglich ist oder eine Weitervermittlung an den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst oder soziale Einrichtungen erfolgt.
Neues Fahrzeug entlastet Rettungswagen
„Das neue Rettungseinsatzfahrzeug wird eine deutliche Entlastung der Rettungswagen im Rettungsdienstbereich Würzburg bewirken“, betont Christine Haupt-Kreutzer, Vorsitzende des Zweckverbandes und stellvertretende Landrätin des Landkreises Würzburg. „Dadurch können dringende Notfälle schneller bedient und die Versorgung der Bevölkerung weiter verbessert werden.“ Landrat Thomas Eberth, zugleich Vorsitzender des Kreisverbands Würzburg des Bayerischen Roten Kreuzes, hob die ausgezeichnete Zusammenarbeit der Rettungsdienste, Feuerwehren, Technischen Hilfswerke und Polizei in Stadt und Landkreis Würzburg hervor. „Das REF ist ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für die Sicherheit unserer Bevölkerung und ein weiteres Zahnrad in unserem erfolgreichen Getriebe der Rettungskette“, so der Landrat.
Der Zweckverband hat die Johanniter-Unfall-Hilfe mit Vorhaltung und Betrieb des Fahrzeugs beauftragt. Die Besetzung erfolgt wechselnd durch die Würzburger Rettungsdienstpartner Bayerisches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Johanniter-Unfall-Hilfe. Das Fahrzeug wird täglich im einsatzstarken Zeitfenster von 11:30 Uhr bis 20 Uhr im Stadtgebiet Würzburg vorgehalten.
Effizientere Notfallversorgung
Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt in Regensburg zeigen, dass der Einsatz von Rettungseinsatzfahrzeugen die Zahl der disponierten Rettungswagen reduziert und somit die Notfallversorgung effizienter gestaltet. Zudem ist das REF auch für weitere Einsatzindikationen, wie Blutkonserventransporte und Absicherungseinsätze für Feuerwehr und Polizei, gut geeignet. „Die Herausforderungen im Rettungsdienst sind groß: steigende Einsatzzahlen, viele Fehleinsätze, längere Fahrzeiten und Fachkräftemangel. Das REF ist ein wichtiger Schritt, um diesen Herausforderungen zu begegnen und die Notfallversorgung zu reformieren“, so Paul Justice, Geschäftsleiter des Rettungszweckverbandes.
Unter der Leitung von Dr. Andreas Klinger, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, wurden die künftigen REF-Notfallsanitäter ausgebildet und im Pilotstandort Regensburg praktisch geschult. Auch die Disponenten der Integrierten Leitstelle der Berufsfeuerwehr Würzburg profitierten von den Regensburger Erfahrungen und Schulungsunterlagen.
Neben Würzburg und Regensburg nehmen auch in Ansbach, Dachau, Fürstenfeldbruck und Rosenheim weitere Rettungseinsatzfahrzeuge ihren Betrieb auf.