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27.11.2025

Bio steht in Unterfranken im Rampenlicht: Dialogforum diskutiert über ökologische Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung

Ob in Schulen, Kindertagesstätten, Kliniken oder Kantinen – überall dort, wo täglich viele Menschen essen, können Bio-Lebensmittel aus der Region im größeren Umfang ihre positive Wirkung entfalten: für die Umwelt, die regionale Wertschöpfung und eine gesunde Ernährung.

Zum ersten Dialogforum „Bio im Rampenlicht“ in Würzburg kamen rund 50 Interessierte aus ganz Unterfranken zusammen, um sich über Bio-Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung auszutauschen. Veranstalter waren die vier Öko-Modellregionen Landkreis Aschaffenburg, Oberes Werntal, Rhön-Grabfeld und stadt.land.wü. in Kooperation mit der Projektgesellschaft des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) für die Initiative „BioBitte“.

Themenrunden zeigen Wege für mehr Bio in Küche und Kommune

Die Veranstaltung begann mit einem Fokus auf die Herausforderungen der Bio-Regionalität in der Gemeinschaftsverpflegung. Karsten Bessai, Bio-Koch und Berater, verdeutlichte eindrucksvoll, dass Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung gewinnt und ein zentraler Faktor in der Außer-Haus-Verpflegung ist. Besonders hob er hervor, dass durch die Reduzierung von Lebensmittelabfällen nicht nur ökologische Vorteile entstehen, sondern auch erhebliche finanzielle Einsparungen möglich seien. „Das ist ein spannender und guter Ansatz, um Geld und Ressourcen zu sparen, um diese dann in qualitativ hochwertigere Produkte zu stecken“, sagte Landrat Thomas Eberth und unterstrich damit die doppelte Wirkung nachhaltiger Maßnahmen.

Vor allem in den Themenrunden konnten die Teilnehmenden wertvolle und praxisnahe Einblicke sammeln. In der Vertiefung „Speiseplanung mit Bio für Kinder“ zeigte Verena Laubenbacher vom Tollwood-Festival München, wie Bio-Angebote kreativ und alltagstauglich umgesetzt werden können. Karsten Bessai räumte mit dem Vorurteil des teuren Bio-Preises auf und demonstrierte, dass nachhaltige Küche auch wirtschaftlich funktioniert. Anja Erhart vom FiBL gab zudem spannende Impulse, wie sich mehr Bio in Kommunen auf politischer Ebene verankern lässt – ein Thema, das viele Teilnehmende besonders inspirierte.

Das Fazit: Mit einfachen Tipps und Tricks lassen sich Bio-Produkte problemlos in den Speiseplan integrieren. Das Vorurteil, Bio sei grundsätzlich zu teuer, gehört der Vergangenheit an. Und auf kommunaler Ebene können durch klare politische Beschlüsse feste Bio-Anteile in der Verpflegung verankert werden – ein wichtiger Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit und Qualität auf dem Teller.

Zum Anfassen und Genießen: Praxis und Geschmack im Mittelpunkt

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung waren das bio-zertifizierte Mittagessen des St.-Josefs-Stifts aus Eisingen und die Exkursion zum Bio-Betrieb Remlinger Rüben. Das Mittagessen überzeugte nicht nur geschmacklich, sondern zeigte auch, wie einfach sich Bio in der Praxis umsetzen lässt, in diesem Fall als vegetarische Mahlzeit mit optionaler Bio-Bockwurst. Eine Informationsbörse mit ausstellenden Großhändlern, Informationen zur Öko-Kontrolle und Unterstützungsmöglichkeiten für die Gemeinschaftsverpflegung luden zum Vernetzen und Austauschen ein. Bei der anschließenden Exkursion konnten die Teilnehmenden hautnah erleben, was Bio-Landwirtschaft in der Praxis bedeutet. Die Aufbereitungsanlage der Remlinger Rüben verarbeitet Gemüse und Kartoffeln von rund 20 mainfränkischen Biohöfen – ein eindrucksvolles Beispiel für regionale Wertschöpfung und funktionierende Vernetzung.

Weitere Informationen und Veranstaltungen sind auf der Website der Öko-Modellregion stadt.land.wü. unter oekomodellregionen.bayern/stadt.land.wue. in der Rubrik „Termine“ zu finden. Fragen beantwortet Öko-Modellregionsmanagerin Hanna Dorn (Tel.: 0931 8003-5108, E-Mail: oekomodellregion@lra-wue.bayern.de).

Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung von Stadt und Landkreis Würzburg