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28.07.2025

Gemeinsam für eine sichere Kindheit: Großes Interesse an der Fachtagung »Ziele, Wege, Stolpersteine«

Alle Kinder haben das Recht, unversehrt und ohne Angst groß zu werden. Ihr Schutz ist nicht nur die Aufgabe der Familien, sondern liegt in der Verantwortung der gesamten Gesellschaft. Pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Beratungsstellen haben genau diesen Gedanken bei der 26. Fachtagung „Ziele, Wege, Stolpersteine“ in den Mainfrankensälen Veitshöchheim zum Kernthema gemacht. Mit einem vielseitigen Programm aus Fachvorträgen bot die Tagung fundierte und praxisnahe Impulse, um Fachkräfte in ihrem täglichen Handeln zu stärken.

Mit rund 630 Teilnehmenden war die Veranstaltung zum Thema „Kinderschutz“ gut besucht. Neben Erzieherinnen und Erziehern nahmen auch Tagespflegepersonen sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Beratungsstellen und Trägerorganisationen teil. Begleitet wurde die Tagung von einer Ausstellung regionaler Anbieter von Kita-Bedarf und Mobiliar über Spielmaterialien bis hin zu Verpflegung und Digitalisierung. Ursula Bördlein, Julia Brand und Hannah Mehling, die am Landratsamt Würzburg für Jugend- und Familienarbeit zuständig sind, hatten die Organisation übernommen.

Vorträge und Unterstützungsangebote zu praxisnahen Themen

Infostände verschiedener Fachstellen aus der Region Würzburg boten Gelegenheit zum Austausch. Vertreten waren unter anderem die Allgemeinen Sozialdienste von Stadt und Landkreis, KoKi – Netzwerk frühe Kindheit, die Erziehungsberatungsstellen, Wildwasser Würzburg, Pro Familia, der Kinderschutzbund, die Frühförderstellen von Stadt und Landkreis sowie die mobilen sonderpädagogischen Hilfen mehrerer Förderschulen, darunter die Dr.-Karl-Kroiß-Schule (Förderschwerpunkt Hören), die Hans-Schöbel-Schule (Körper- und Mehrfachbehinderungen) und die Maria-Stern-Schule (Förderschwerpunkt Sprache).

Die Vortragsreihe setzte hochkarätige Impulse: Diplom-Pädagogin Ulli Freund gab Orientierung im Umgang mit sexuellen Übergriffen unter Kindern. Evelyn Bordon-Dörr, stellvertretende Fachbereichsleiterin im Jugendamt Würzburg, und Dr. Verena Delle Donne, Leiterin der Erziehungs- und Familienberatung im Sozialdienst katholischer Frauen stellten Handlungsschritte und Unterstützungsangebote bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung vor. Alexandra Großer zeigte, wie gelebter Kinderschutz in Kitas sichtbar wird, während Isabelle Samtleben und Kim Bannert von Wildwasser Würzburg das Präventionsprogramm „Starke Kinder Kiste!“ präsentierten.

„Das große Engagement der Teilnehmenden und die fachlichen Impulse der Referentinnen zeigen ganz klar: Kinder sind das Wertvollste, was wir haben – sie sind unsere Zukunft. Und sie verdienen es, in einer sicheren, liebevollen und fördernden Umgebung aufzuwachsen“, resümierte Landrat Thomas Eberth, der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßte. „Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die mit ihrem Wissen, ihrer Organisation und ihrem Interesse dazu beigetragen haben, diese Tagung zu einem wichtigen Impulsgeber für die Fachkräfte unserer Region zu machen.“

Abschied von Schulamtsdirektorin Claudia Vollmar und Mitinitiator Paul Justice

Neben dem inhaltlichen Austausch gab es zwei wichtige personelle Veränderungen. Claudia Vollmar, die langjährige fachliche Leiterin des Schulamts Würzburg und Schulamtsdirektorin, wurde aus dem Arbeitskreis „Kind und Gesundheit“ verabschiedet. Vollmar geht im Herbst 2025 in den Ruhestand und stellte Dr. Frank Hörner als ihren Nachfolger vor.

Emotional wurde der Abschied von einem der Mitbegründer der Fachtagung. Paul Justice, Mitarbeiter im Gesundheitsamt von Stadt und Landkreis Würzburg und Geschäftsführer des Zweckverbands Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Würzburg, hatte den Arbeitskreis „Kind und Gesundheit“ der gemeindenahen Gesundheitskonferenz Würzburg im Jahr 1995 mit einigen Wegbegleitern ins Leben gerufen und die Fachtagung federführend organisiert und inhaltlich gestaltet. Nach 30 Jahren intensiven Engagements verlässt Justice den Arbeitskreis. „Gemeinsam mit Ursula Bördlein hat Paul Justice mit großem Organisationstalent und einem feinen Gespür für relevante Themen die Fachtagung zum festen Termin für Pädagoginnen und Pädagogen in ganz Unterfranken gemacht“, lobte Landrat Thomas Eberth gemeinsam mit den Mitgliedern des Arbeitskreises. „Dafür gebühren ihm größter Dank und Anerkennung.“