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18.12.2018

Grußwort von Landrat Eberhard Nuß zu Weihnachten/Neujahr 2018/19

Liebe Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Würzburg,

ein aufregendes, ja aufreibendes Jahr liegt hinter uns – in Deutschland, in Bayern und auch in unserem Landkreis. In solchen Zeiten stabile Verhältnisse für die Menschen in unserem Land zu gestalten ist eine große Herausforderung – und in einer lebendigen Demokratie im Grunde der Normalzustand.

Dennoch, das Erstarken bestimmter politischer Kräfte bedeutet eine Gefahr für unsere Demokratie: Wenn Schüler aufgefordert werden, ihre Lehrer zu denunzieren, wenn die Landtagswahl durch unberechtigte Vorwürfe diskreditiert werden soll, wenn die Pressefreiheit bekämpft wird – dann müssen wir alle, die dankbar sind für mehr als 70 Jahre freiheitliche demokratische Grundordnung, aufstehen und dagegenhalten.

Alle Politiker sind aufgefordert, durch mehr Transparenz und Bürgernähe zu zeigen, was Politik schon leistet, um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zurückzugewinnen. Denn wir brauchen für den stabilen Fortbestand unserer Demokratie Menschen, die sich in den Parteien engagieren. Wir brauchen Menschen, die sich langfristig bereiterklären, unsere Gesellschaft politisch mitzugestalten. Demokratie bedeutet wörtlich „die Herrschaft des Staatsvolkes“ – und sollte deshalb von einer engagierten Basis aus begründet und getragen sein.

Hier denke ich bereits an die Kommunalwahlen in Bayern im Frühjahr 2020, wenn wieder unsere Stadt- und Gemeinderäte, der Kreistag, die Bürgermeister und der Landrat neu gewählt werden. In diesen Gremien und Positionen entscheiden sich Stabilität und Fortschritt in der unmittelbaren Lebensumwelt eines jeden von uns. Deshalb ist es besonders sinnvoll, sich hierfür zur Verfügung zu stellen. Wenn also unsere politischen Ortsvereine und Ortsverbände im kommenden Jahr auf Kandidatensuche für die Stadtrats-, Gemeinderats- und Kreistagswahlen gehen, überlegen Sie es sich, ob Sie hier mitwirken können. Nehmen wir alle die Aufforderung von Mahatma Gandhi ernst: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt.“

Beim Blick zurück auf das vergangene Jahr gab es auch im Landkreis Würzburg zahlreiche Themen, die für rege Diskussionen sorgten, und auch Erfolge, die uns allen zugutekommen werden: Die Erweiterung des Verbundnetzes im Öffentlichen Personennahverkehr mit Stadt und Landkreis Schweinfurt wird den Pendlern aus dem nördlichen Landkreis Nutzen bringen. Die millionenschwere Sanierung und Erweiterung der Main-Klinik Ochsenfurt zeigt, dass wir die medizinische Versorgung und einen starken ländlichen Raum ernst nehmen. Und die beiden neuen Seniorenzentren in Bergtheim und Uettingen, die der Landkreis baut, ermöglichen die Betreuung unserer Seniorinnen und Senioren auch in den Randgebieten des Landkreises möglichst nah an ihrem Heimatort.

Auch problematische Themen mussten vom Landratsamt bewältigt werden: Ob es um die in Osthausen verendeten Schweine ging, um die Verunreinigung von Trinkwasser, die Rodung einer Waldfläche bei Thüngersheim oder den asphalthaltigen Teer in einem Schotterwerk bei Aub. Immer sind die Kreisverwaltung und die staatlichen Behörden wie Umweltamt oder Veterinäramt an rechtsstaatliche Abläufe gebunden, die manche Bürger oder Organisationen auf den ersten Blick nicht akzeptieren können.

Bei allem Verständnis für die Sorgen und Befürchtungen: Sprechen wir mehr miteinander als übereinander. Informieren wir uns, bevor wir aufeinander schimpfen und respektieren wir die Meinung des anderen. Dann können wir vielleicht in Zukunft mehr Erfolge für die Sache erzielen, statt nur Effekte, die am Ende zu keinem befriedigenden Ergebnis führen.

In diesem Sinne danke ich allen Frauen und Männern, die sich in den verschiedensten Bereichen unseres Gemeinwesens ehrenamtlich engagieren – vom Seniorenrat bis zum Kinderwortgottesdienstteam, vom Gemeinde- oder Stadtrat bis zur Feuerwehr und zum Sportverein, von der Musikkapelle bis zur Bücherei. Sie alle sind es, die ihre Zeit, ihre Talente und ihre Energie einbringen, damit unsere Städte und Gemeinden als Gemeinschaften zusammenwachsen und zusammenhalten. Hier möchte ich auch besonders den Menschen danken, die sich nach der großen Welle der Hilfsbereitschaft im Jahr 2015 noch heute dafür einsetzen, dass die Integration der zu uns geflüchteten Menschen gelingt.

„Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen“, sagt Konfuzius.

Ich wünsche Ihnen zufriedene Weihnachtstage im Kreis Ihrer Lieben und einen guten Start in ein friedvolles, glückliches neues Jahr 2019.

Ihr

Landrat Eberhard Nuß