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26.06.2019

Landrat Nuß: Die Entwicklung des ÖPNV im Landkreis Würzburg ist ein demokratischer Prozess

Als Replik auf eine Pressemitteilung der Grünen Jugend Würzburg (veröffentlicht in der Main-Post Würzburg vom 26. Juni 2019), in der der Standard des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis Würzburg kritisiert wird, äußert sich Landrat Eberhard Nuß wie folgt: „Die Jungen Grünen Würzburg verkennen, dass die Ausgestaltung und Finanzierung des ÖPNV im Landkreis Würzburg einem demokratischen Prozess unterliegt.

Über die Zusammensetzung und die Fortentwicklung des ÖPNV entscheiden bei uns nicht der Landrat oder der Vorstand des Kommunalunternehmens (KU), sondern der Kreistag und die Gremien des KUs. In allen Gremien sind Die Grünen vertreten und arbeiten konstruktiv mit. Die Grünen stellen mit Karen Heußner auch eine engagierte stellvertretende Landrätin, die tiefe Einblicke in alle Geschäftsvorgänge hat und notwendige Impulse gibt.

Für den Kundenstamm, der den öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis regelmäßig nutzt, haben wir sehr gute Angebote, mit guten Verbindungen, geografisch angepasste Taktverkehre und komfortable, barrierefreie Omnibusse. Die Bedürfnisse in der Nacht fangen wir mit Nachtbuslinien und nach Mitternacht über das APG-ServiceTaxi sehr gut ab. Unsere Einwohner wissen das und nutzen die Angebote bis in die weitverzweigten Gebiete des Landkreises. Das APG-ServiceTaxi hat sich seit vielen Jahren bewährt und schafft Sicherheit durch den Transport direkt nach Hause.

Fakt ist auch: Bei den Verhandlungen über das Semesterticket wurde von den Studierenden in den letzten Jahren nie die Ausdehnung des Nachtbusses auf den Landkreis gefordert. In der Stadt Würzburg wird der Nachtbus ausschließlich von den Studierenden über einen Zuschlag auf das Semesterticket finanziert, also nicht von der Stadt oder der WSB. Zudem wurde die Einführung eines Nachtbus-Systems noch nie im Kreistag oder im Verwaltungsrat gefordert.

Unter dem Eindruck des drohenden Klimawandels müssen wir mehr tun, um noch mehr Menschen dazu zu bewegen, ihr Auto stehen zu lassen. Um das zu erreichen, müssen wir die Attraktivität vor allem auf drei Gebieten verbessern: 1. Zeit: Die Verbindungen müssen durch eigene Busspuren schneller werden. 2. Geld: Wir brauchen attraktive Zeitfahrkarten. 3. Entfernung: Unsere Kunden müssen mit einer Fahrkarte möglichst weit kommen.

Über diese und andere Gedanken fand am Montag dieser Woche ein siebenstündiger Workshop statt, bei dem zahlreiche Mitglieder des Kreistags teilnahmen. Die Kreistagsfraktion der Grünen war fast vollständig vertreten und hat sehr gute Ideen eingebracht, die nach und nach umgesetzt werden. Gerne sind wir auch offen für weitere, konstruktive Vorschläge der Grünen Jugend Würzburg.“