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05.06.2019

Jäger bitten Gemeinden, kommunale Pflegemaßnahmen dem Gedanken des Volksbegehrens "Artenvielfalt" anzupassen

In diesen Wochen rücken in den Bauhöfen vieler Gemeinden wieder die Mäh- und Mulchfahrzeuge aus, um Straßen-, Weg und Grabenränder und andere Freiflächen in der Gemeinde „aufzuräumen“ und schön sauber zu halten, auch wenn dort die Pflanzen jetzt in voller Blüte stehen. Für unzählige Arten – Wildbienen und andere Insekten, Schmetterlinge und Kleinlebewesen – bedeuten diese Maßnahmen den sicheren Tod.


Mähen und Mulchen vernichtet wertvollen Lebensraum

„Ohne blühende „Un“kräuter gibt es keine Nahrungsgrundlage für Tausende verschiedener Arten“, erklärt Gerhard Klingler, Vorsitzender der Jäger-Kreisgruppe Ochsenfurt. Für viele Insekten wird die Mahd außerdem zur Todesfalle, sie werden kurzerhand mit geschreddert oder vom Sog getötet. Und damit fehlt auch vielen unserer Vögel die Insektennahrung, die gerade jetzt zur Aufzucht der Jungvögel so notwendig ist. „Wir wünschen uns“, so Gerhard Klingler „dass die Gemeinden umdenken und den Artenschutz schon jetzt und heute ernst nehmen und umsetzen, auch bevor das neue Gesetz zum Erhalt der Artenvielfalt beschlossen wird.

„Sauber“ war gestern

Umdenken müssen natürlich auch die Bürger. Deshalb werben die Jäger im Landkreis um mehr Verständnis für „unordentliche“ Wegränder und Gemeindeflächen. „Weniger ist mehr“, betont Vorsitzender Klingler „ungemähte oder verblühte Weg- und Grabenränder mögen auf den ersten Blick ungepflegt aussehen, aber sie sind wertvoller Lebensraum in unserer so stark zersiedelten und versiegelten Landschaft. Denn auch unsere Insekten fallen nicht vom Himmel. Sie benötigen für ihre Entwicklung vom Ei zum fertigen Insekt Pflanzenmaterial.“ So brauchen zum Beispiel die Florfliegen hohle Stängel zur Eiablage, Schmetterlingsraupen Futterpflanzen wie die Brennessel oder Libellenlarven Pflanzenteile, an denen sie vom Wasser an Land klettern können.

Jetzt Bewusstsein schärfen

Damit in unseren Dörfern auch Insekten und Kleinlebewesen und mit ihnen im ökologischen Zusammenspiel auch Hase, Rebhuhn und Fasan wieder eine Chance haben, appelliert Gerhard Klingler an die Gemeinden, ihr Bewusstsein für den Artenschutz und den Erhalt der Artenvielfalt zu schärfen.

Text: Gerhard Klingler, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Ochsenfurt e.V. im Bayerischen Jagdverband, Tel. 0172 2540303, E-Mail: GerhardKlingler@web.de.