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06.12.2017

Lebendige Partnerschaft: Persönliche Freundschaften und Jugendaustausch - 20 Jahre Partnerschaft der Landkreise Würzburg und Mateh Yehuda (Israel)

Am 25. Mai 1997 unterzeichneten die Landräte Waldemar Zorn und Meir Vizel die Urkunde zur offiziellen Partnerschaft zwischen ihren Landkreisen Würzburg und Mateh Yehuda in Israel. Diese Willenserklärung zur intensiven Beziehungspflege zwischen den Menschen zweier Länder, die eine schwer belastete gemeinsame Vergangenheit verbindet, war der Beginn einer lebendigen Partnerschaft, die bis heute von beiden Seiten intensiv gepflegt wird. Mit einem Festakt im Anschluss an die Jahresabschluss-Sitzung des Kreistages im Gut Wöllried würdigten die beiden Landkreise das 20. Jubiläum ihrer Partnerschaft. Festredner war Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Landrat Eberhard Nuß, der die Partnerschaft ebenso engagiert weiterführt wie sein Vorgänger Waldemar Zorn, konnte mit Beni Eliraz den stellvertretenden Landrat von Mateh Yehuda begrüßen. Ihn begleiteten Eran Ohana, Partnerschafts- und Tourismusbeauftragter von Mateh Yehuda, Yifat Armoza, Bürgermeisterin von Neve Ilan, Romi Sasson, Tourismus-Managerin der Gemeinde Shoeva und Kreisrat Tomer Taylou.

Landrat Nuß erklärte: „Die dunkle Seite der gemeinsamen Geschichte wiegt schwer. Trotzdem steht nicht das Trennende, sondern das Verbindende im Vordergrund.“ Dabei seien die persönlichen Begegnungen besonders wichtig für die Freundschaft zwischen den beiden Völkern. Nuß weiter: „Wir können aber auch viel voneinander lernen. Immer wieder stehen kommunalpolitische Strukturen, Besichtigungen von Seniorenstätten, Kliniken oder Kindertageseinrichtungen und Schulen auf den Besuchsprogrammen. Und auch die Themen Landwirtschaft, Weinbau und Tourismus interessieren hier wie dort.“

Viele persönliche Freundschaften sind durch die jährlichen Begegnungen der Delegationen und auch durch den bereits 1990 gestarteten Jugendaustausch zwischen der Ein-Karem-Highschool Mateh Yehuda und dem Deutschhaus-Gymnasium Würzburg sowie dem Gymnasium Veitshöchheim entstanden. Wie wichtig auch den Menschen in Mateh Yehuda die Partnerschaft ist, betonte auch Beni Eliraz, stellvertretender Landrat des Landkreises Mateh Yehuda in seinem Grußwort: „Wir freuen uns über die Herzlichkeit und das wirkliche Interesse unserer Freunde aus Würzburg an unserem Land und wünschen uns viele weitere Jahre einer gemeinsamen Zukunft“, betonte Eliraz.

 

Dr. Josef Schuster betont den Wert der Partnerschaft

Dies griff auch Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, in seiner Festrede auf: „Landrat Nuß hat bei seinem jüngsten Besuch in Israel benannt, was in meinen Augen den Kern dieser Partnerschaft ausmacht: die vielen persönlichen Freundschaften, die sich generationsübergreifend gebildet haben. Die direkte Begegnung ist stets das beste Mittel, um ein anderes Land, eine andere Kultur und Religion kennenzulernen. Bei den Reisen in die israelische Partnerregion werden die Teilnehmer vor allem eines sehr schnell begreifen: Die Situation im Nahen Osten lässt sich aus 3.000 Kilometer Entfernung anscheinend leicht erklären. Vor Ort sieht das ganz anders aus.

Mit simplen Schwarz-Weiß-Zeichnungen wird niemand Israel und seinen Nachbarstaaten gerecht. Dass gerade Deutsche mehr Zurückhaltung üben in ihren Urteilen über Israel – das wünsche ich mir manchmal. Gerade in diesen Zeiten leisten Sie im Landkreis daher mit diesem Austausch etwas sehr Wertvolles, und ich möchte mich für das Engagement des Kreises und auch von Ihnen persönlich, lieber Herr Nuß, ganz herzlich bedanken!“

Die Gruppe „Klezmer 6“ des Musikvereins Gaukönigshofen umrahmte den Festakt mit jiddischen Weisen. Ein Video von der ersten offiziellen Delegationsreise nach Israel bot einen nostalgischen Rückblick auf den Beginn der Partnerschaft vor zwanzig Jahren.


Impressionen vom Partnerschaftsjubiläum

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