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02.08.2018

Stellvertretende Landrätin trifft sich mit Freien Wohlfahrtsverbänden - Bezahlbarer Wohnraum, Gesundheitsvorsorge und Hilfen für Geflüchtete

Einmal pro Jahr lädt Landrat Eberhard Nuß die Vertreter der Freien Wohlfahrtsverbände Würzburg ein, um aktuelle sozialpolitische Themen zu besprechen und regionale Ziele gemeinsam zu verfolgen. Mit im Boot ist das Kommunalunternehmen des Landkreises als Träger von zahlreichen Senioreneinrichtungen im Landkreis. Sprecherin der ARGE Wohlfahrtsverbände (Diakonie, Caritas, Paritätischer, BRK, AWO) ist Ulrike Hahn, Bereichsleiterin für Senioren und Reha des AWO Bezirksverbandes Unterfranken.

In diesem Jahr nahm stellvertretende Landrätin Christine Haupt-Kreutzer den Termin wahr, die diesen Austausch „zum Wohl der Menschen in der Region sehr begrüßt“. Informationen, wie sich die Fallzahlen der Geflüchteten im Landkreis Würzburg entwickelt haben, standen ebenso auf der Agenda wie die Umsetzung der Immobilienbörse des Landkreises. Von diesem Instrument erhoffen sich die Wohlfahrtsverbände eine Steigerung der Vermittlungen von bezahlbarem Wohnraum an Menschen mit geringem Einkommen.

Aktuelle Fallzahlen Geflüchteter

Zum 1. Januar 2018 betrieb der Landkreis Würzburg 40 dezentrale Unterkünfte für Asylbewerber. Weiter gibt es vier Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis. Insgesamt leben 850 Menschen in diesen Unterkünften, davon sind 410 sogenannte „Fehlbeleger“, das heißt, dieser Personenkreis dürfte aus der jeweiligen Unterkunft ausziehen, hat jedoch noch keine eigene Wohnung gefunden. Weitere 100 Personen leben bereits in Privatunterkünften.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Fallzahlen rückläufig (Stand zum 01.01.2017: 52 dezentrale Unterkünfte, vier Gemeinschaftsunterkünfte, 1.150 Bewohner, davon 471 Fehlbeleger, 90 Personen in Privatunterkünften).

Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden ist zurückgegangen auf 56. 2017 waren es noch 78 Personen.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Zahl der Geflüchteten aus afrikanischen Ländern wie Eritrea ansteigt, parallel dazu geht die Zahl der Geflüchteten aus Syrien und dem Irak zurück.

Ehrenamtliches Engagement

Die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtskoordinatoren der Caritas läuft prima, waren sich alle einig. Insgesamt engagieren sich aktuell rund 350 Ehrenamtliche im Landkreis Würzburg für Geflüchtete.

Gesundheitsvorsorge

Bei der Gesundheitsvorsorge ist nach wie vor die Sprachbarriere häufig problematisch. Für Mitarbeiter in allen gesundheitlichen Versorgungsbereichen hatte die Gesundheitsregionplus Mitte Juli  eine Fachtagung zur „Kultursensiblen Gesundheit“ angeboten. Christine Haupt-Kreutzer verspricht sich davon neue Impulse und stellte fest „dass auch in diesem Bereich Ehrenamtliche und Wohlfahrtsverbände weiter gefragt sein werden.“

Wohnsituation im Landkreis / Immobilienbörse

Die Wohnsituation im Landkreis Würzburg ist ein Dauerthema in dieser Gesprächsrunde. Eine bezahlbare Wohnung zu bekommen und zu halten, ist nach Ansicht der ARGE Freie Wohlfahrtspflege das zentrale Problem für Menschen mit geringem Einkommen oder im Sozialleistungsbezug.

Die Vertreter der Wohlfahrtsverbände äußerten die Hoffnung, dass für die im Januar 2017 gestartete Grundstücks- und Immobilienbörse des Landkreises (www.landkreis-wuerzburg.de/Wirtschaft-Regionalmanagement/Immobilienbörse) von den Gemeinden künftig verstärkt freie Wohnungen oder Häuser gemeldet werden. Ergänzend dazu gilt es, Vorbehalte bei Vermietern gegenüber sozial schwachen Personen abzubauen. „Das geht in der Regel nur über den persönlichen Kontakt oder eine Person, die für den Wohnungssuchenden einsteht“, stellte stellv. Landrätin Christine Haupt-Kreutzer fest.

Wie sich die Flüchtlingssituation zukünftig entwickelt, ist ungewiss. „Wir sind vorsichtig gespannt, wie sich die Lage entwickelt. Ein künftiges Thema in dieser Runde wird sicher der Familiennachzug werden“, so Andreas Schrappe vom Diakonischen Werk. Aktuell liegen noch keine belastbaren Zahlen dazu vor, die bisherigen Familiennachzüge sind jedoch eher mäßig.

Resümee

Sowohl die Vertreter der Wohlfahrtsverbände als auch die stellvertretende Landrätin stellten fest, dass die Zusammenarbeit fruchtbar und von gegenseitiger Unterstützung geprägt ist – und man gemeinsam daran arbeite, zum Wohle der Menschen in der Region zu handeln.