Seiteninhalt

Bürgerservice A bis Z

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Einstiegsqualifizierung; Beantragung einer Förderung

Kurzbeschreibung

Eine Einstiegsqualifizierung ist ein sozialversicherungspflichtiges 6- bis 12-monatiges Praktikum in einem Betrieb mit dem Ziel einer sich anschließenden Ausbildung. Auf Antrag kann der Arbeitgeber einen Zuschuss von der Agentur für Arbeit bzw. dem Jobcenter erhalten.

Beschreibung

Eine Einstiegsqualifizierung (EQ) ist ein sozialversicherungspflichtiges Praktikum in einem Betrieb. Sie soll Jugendliche und junge Erwachsene, die sich bereits für einen konkreten Beruf entschieden haben, auf eine Ausbildung vorbereiten. Im Betrieb werden sie an die entsprechenden Ausbildungsinhalte herangeführt und können Ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Ein solches Praktikum dauert zwischen sechs und zwölf Monate. Die Teilnehmerin oder der Teilnehmer bekommen vom Betrieb eine Vergütung.

Auf Antrag kann der Arbeitgeber einen Zuschuss von der Agentur für Arbeit bzw. dem Jobcenter erhalten. Die Förderung einer betrieblichen Einstiegsqualifizierung soll ermöglichen, dass mehr jüngere Menschen mit erschwerten Vermittlungsperspektiven eine betriebliche Berufsausbildung aufnehmen. Die Einstiegsqualifizierung ist als Leistung im Vorfeld der Aufnahme einer Berufsausbildung dem Bereich Berufsausbildungsvorbereitung zuzuordnen. Die Förderung darf nicht dazu führen, dass betriebliche Berufsausbildung durch Einstiegsqualifizierung ersetzt wird.

Mit der Förderung einer betrieblichen Einstiegsqualifizierung sollen auch nicht oder nicht mehr ausbildende Betriebe für die Ausbildung gewonnen werden.

Arbeitgeber, die eine betriebliche Einstiegsqualifizierung durchführen, können durch Zuschüsse zur Vergütung bis zu einer Höhe von 231 Euro monatlich zuzüglich eines pauschalierten Anteils am durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitrag der oder des Auszubildenden gefördert werden (Stand: Mai 2019).

Förderungsfähig sind

  1. bei der Agentur für Arbeit gemeldete Ausbildungsbewerberinnen und -bewerber mit aus individuellen Gründen eingeschränkten Vermittlungsperspektiven, die auch nach den bundesweiten Nachvermittlungsaktionen keine Ausbildungsstelle haben,
  2. Ausbildungsuchende, die noch nicht in vollem Maße über die erforderliche Ausbildungsreife verfügen, und
  3. lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Ausbildungsuchende.

Voraussetzungen

Grundsätzlich ist die nach Landesrecht zuständige Stelle (in Bayern sind das die örtlich zuständigen Regierungen - Sachgebiete "Soziales und Jugend") verantwortlich für die Einstufung als Einstiegsqualifizierung. Das Zustandekommen eines Einstiegsqualifizierungsvertrages beinhaltet jedoch nicht automatisch eine Förderzusage durch das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit. Für eine Förderung durch die Jobcenter beziehungsweise die Agentur für Arbeit sind weitere Voraussetzungen zu erfüllen.

Eine Einstiegsqualifizierung kann für die Dauer von sechs bis längstens zwölf Monaten gefördert werden, wenn sie

  1. auf der Grundlage eines Vertrages im Sinne des § 26 des Berufsbildungsgesetzes mit der oder dem Auszubildenden durchgeführt wird,
  2. auf einen anerkannten Ausbildungsberuf im Sinne des § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes, § 25 Absatz 1 Satz 1 der Handwerksordnung, des Seemannsgesetzes oder des Altenpflegegesetzes vorbereitet und
  3. in Vollzeit oder wegen der Erziehung eigener Kinder oder der Pflege von Familienangehörigen in Teilzeit von mindestens 20 Wochenstunden durchgeführt wird.

Fristen

Der Antrag auf Förderung sollte vor Beginn der Maßnahme gestellt werden, da die Förderung nicht rückwirkend geleistet werden kann.

Erforderliche Unterlagen

  • Kopie des Einstiegsqualifizierungsvertrags
  • bei Vorbereitung auf einen nach dem Altenpflegegesetz anerkannten Ausbildungsberuf: Bestätigung, dass der Abschluss des Einstiegsqualifizierungsvertrag der zuständigen Stelle angezeigt wurde
    (siehe unter "Verwandte Themen")

Formulare

Formloser Antrag (mit Unterschrift)
Dieser Assistent unterstützt Sie bei der Erstellung eines formlosen Schreibens, wenn die zuständige Stelle kein Antragsformular zur Verfügung stellt.

Rechtsgrundlagen

Weiterführende Links

Verwandte Themen

Redaktionell verantwortlich

Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (siehe BayernPortal)
Stand: ..73f8dc17e7e4479e9611f32795955ccb