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Notrufe/Fachberatungsstellen; Beantragung einer Förderung

Kurzbeschreibung

Der Freistaat Bayern gewährt Zuschüsse zur Förderung von Notrufen/Fachberatungsstellen bei sexualisierter und häuslicher Gewalt.

Beschreibung

Zweck

Für von sexualisierter und häuslicher Gewalt (physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt) betroffene Frauen und von sexualisierter Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche ist ein Beratungsangebot erforderlich, das die erlebte Gewaltsituation auffängt und umfassende Hilfe gewährt. Diese Beratung wird durch Notrufe/Fachberatungsstellen geleistet. Sie informieren über die erforderlichen ärztlichen Untersuchungen, den Ablauf des Strafverfahrens und die Möglichkeiten der anwaltschaftlichen Hilfe. Auf Wunsch begleiten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Notrufe die Frau/das Kind/den bzw. die Jugendliche(n) zur Polizei, zur ärztlichen Untersuchung oder zur anwaltschaftlichen Beratung.

Zweck der Förderung ist es, durch staatliche Zuwendungen ein flächendeckendes Angebot zur Beratung und Hilfe für misshandelte Frauen und Kinder zu unterstützen.

Gegenstand

Zuwendungsfähig sind Notrufe/Fachberatungsstellen, die von sexualisierter und/oder häuslicher Gewalt betroffene Frauen und von sexualisierter Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche beraten.

Zuwendungsempfänger

Antrags- und zuwendungsberechtigt sind die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege oder Träger von Notrufen, die Mitglied eines Spitzenverbandes sind.

Zuwendungsfähige Kosten

Gefördert werden die Personalkosten für notwendige Fachkräfte oder die Kosten für Fortbildung, Supervision und Öffentlichkeitsarbeit. Zusätzlich gefördert werden Personalkosten für die Aufgabenbereiche Prävention und Geschäftsführung/Leitung; für die Präventionsarbeit können auch Honorarkräfte gefördert werden.

Art und Höhe

Die staatliche Zuwendung wird im Rahmen einer Projektförderung als Festbetragsfinanzierung gewährt.

Die Zuwendung beträgt bei Personalkostenförderung 19.650 Euro jährlich, maximal jedoch 50 v. H. der tatsächlichen Personalkosten, und bei Sachkostenförderung maximal 2.320 Euro jährlich. Dabei sind im Rahmen von Fortbildungsmaßnahmen oder Supervision Honorarkosten von maximal 80 Euro je Stunde zuwendungsfähig. Für auswärtige Fortbildungsmaßnahmen sind bis zu 40 Euro pro Tag und Person für Verpflegung und Unterkunft zuwendungsfähig.
Die Aufgabenbereiche Prävention und Geschäftsführung/Leitung können mit 13.350 Euro jährlich, maximal jedoch 90 v. H. der tatsächlichen Ausgaben gefördert werden.

Anträge unter 250 Euro Zuwendungshöhe können aus verwaltungstechnischen Gründen nicht berücksichtigt werden.

Voraussetzungen

Jeder personalkostengeförderte Notruf muss mindestens eine Vollzeitkraft oder zwei Kräfte in hälftiger Teilzeit, die durch Jobsharing die ganztägige Besetzung des Notrufs gewährleisten, beschäftigen.

Zuwendungsfähige Fachkräfte im Sinn dieser Richtlinie sind diplomierte bzw. graduierte Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen und Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen sowie Personen mit vergleichbarer abgeschlossener Ausbildung.

Für die Aufgabenbereiche Prävention und Geschäftsführung/Leitung

  • müssen bei personalkostengeförderten Notrufen/Fachberatungsstellen entsprechende Fachkräfte vorgehalten werden; für Präventionsmaßnahmen können auch Honorarkräfte beschäftigt werden,
  • bei sachkostengeförderten Notrufen/Fachberatungsstellen können entsprechende Fachkräfte vorgehalten werden; für Präventionsmaßnahmen können auch Honorarkräfte beschäftigt werden.

Eine staatliche Förderung erfolgt nur, wenn sich mindestens ein Landkreis; eine kreisfreie Stadt oder eine andere Kommune an den Gesamtkosten des Notrufs/der Fachberatungsstelle beteiligt.

Alle Zuwendungsvoraussetzungen finden Sie in der Richtlinie zur Förderung von Notrufen/Fachberatungsstellen für von sexualisierter und/oder häuslicher Gewalt betroffene Frauen und von sexualisierter Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche in Bayern (siehe unter "Rechtsgrundlagen").

Fristen

Für Förderungen mit Bewilligungszeitraum ab dem Kalenderjahr 2019 ist der Antrag bis zum 1. Dezember des Jahres vor Beginn des Bewilligungszeitraumes einzureichen.

Erforderliche Unterlagen

  • Kosten- und Finanzierungsplan
  • bei Personalkostenförderung: Übersicht über die Personalkosten und ggf. Sachkosten für die Honorarkräfte
  • bei Sachkostenförderung: ggf. Übersicht über die Personalkosten für die Aufgabenbereiche Prävention und Geschäftsführung/Leitung und/oder die Sachkosten für die Honorarkräfte
  • Kostenzusagen der Kommunen im Einzugsbereich und sonstiger Zuwendungsgeber (bei Erstantrag oder Beteiligungsänderung)
  • Vereinssatzung (bei Erstantrag oder Änderungen)
  • Konzept (bei Erstantrag oder Änderungen)

Formulare

Rechtsgrundlagen

Verwandte Themen

Redaktionell verantwortlich

Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (siehe BayernPortal)
Stand: 20.11.2019

Verfahrensablauf

Der schriftliche Antrag ist bei der Regierung von Mittelfranken einzureichen.

Die erstmalige Aufnahme in die Personalkostenförderung beantragt der Träger des Notrufs/der Fachberatungsstelle unter Vorlage der kommunalen Stellungnahmen bei der Bewilligungsbehörde. Diese leitet mit einer fachlichen Bewertung zum flächendeckenden Aufbau innerhalb der Regierungsbezirke die Antragsunterlagen dem Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales zu. Diese entscheidet über die Aufnahme in das staatliche Förderprogramm.

Der Antrag ist schriftlich unter Verwendung der bei der Regierung von Mittelfranken (Bewilligungsbehörde) erhältlichen Vordrucke bis zum 1. Dezember des Jahres vor Beginn des Bewilligungszeitraumes dort einzureichen (gilt erstmals für Förderungen mit Bewilligungszeitraum ab dem Kalenderjahr 2019).

Hinweise

Für die Erfüllung des nach Nr. 4.1 Satz 2 Spiegelstrich 1 vorzuhaltenden Personals für die Aufgabenbereiche Prävention und Geschäftsführung/Leitung gilt eine Übergangsfrist. Solange dieses Personal während der Übergangsfrist nicht erfüllt wird, erfolgt ausschließlich die bisherige Förderung (siehe hierzu Nr. 9 der Richtlinie)