Förderung des ländlichen Raums im Landkreis Würzburg
Der ländliche Raum hat für Bayern zentrale Bedeutung. Er umfasst nicht nur rund 85% der Landesfläche und ist Lebens-, Wirtschafts- und Arbeitsraum für fast 8 Millionen Menschen, das entspricht immerhin über 60% der Bevölkerung in Bayern. Mit seinem Reichtum an Natur und Kultur, mit seiner landschaftlichen Vielfalt, dem kulturhistorischen Erbe seiner unverwechselbaren und identitätsstiftenden Stadt- und Ortsbilder, seiner lebendigen und traditionsverbundenen Bürgergesellschaft, dem bürgerschaftlichen Engagement, seiner Vielfalt an Weilern, Dörfern aber auch Städten, der bäuerlichen Land- und Forstwirtschaft und seiner im wesentlichen mittelständischen Wirtschaftsstruktur prägt er auch ganz entscheidend das Bild Bayerns. Schließlich liegen 80 % unserer Städte im ländlichen Raum.
Das „Aktionsprogramm Bayerns ländlicher Raum" hat folgende 12 Aktionsfelder als inhaltlichen Schwerpunkt festgelegt:
- Globale Märkte und regionale Arbeitsplätze
- Technologieinitiative und Clusterpolitik
- Wirtschaftsfaktor Tourismus
- Zukunftsfähige Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft
- Integrierte ländliche Entwicklung
- Nachwachsende Rohstoffe und regenerative Energien
- Modernes Netzwerk von Verkehrs-, Kommunikations- und Energieinfrastruktur
- Zukunftsfähige Gesellschaft, Bildung, Ausbildung, lebenslanges Lernen und Kultur
- Sozialer Zusammenhalt, Gesundheit, Betreuung und Pflege
- Siedlungsentwicklung, attraktive Wohn- und Gewerbestandorte
- Natur und Kulturlandschaft, Lebensgrundlagen und Ressourcen
- Regionale Entwicklungsinitiativen
Die Umsetzung des Aktionsprogramms erfordert neben dem Zusammenwirken der berührten staatlichen Stellen auch die kommunale und regionale Eigeninitiative und Eigenverantwortlichkeit im ländlichen Raum selbst (www.laendlicherraum.bayern.de).
Das Regionalmanagement als Instrument der Landesentwicklung leistet durch den Aufbau regionaler fachübergreifender Netzwerke in den Landkreisen und kreisfreien Städten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit. Durch diese Netzwerke soll das vorhandene Potenzial in Teilregionen optimal genutzt und deren eigenverantwortliche Entwicklung nachhaltig gestärkt werden. Ziel ist,
- die Schwächen einer Region möglichst zu kompensieren und
- die vorhandenen Stärken zu sichern und weiter zu verbessern.
Regionalmanagement gestaltet – ausgehend von Handlungskonzepten und durch den Einsatz von Projektmanagern in der Region, sog. Regionalmanagern – die Entwicklung durch Projekt- und Netzwerkarbeit.
In den umliegenden Landkreisen MSP, SW, KT (KG, NES, HAS, MIL, AB) haben sich Regionalmanagement-Initiativen gebildet, die vom Freistaat Bayern auch gefördert werden.
Ein Gespräch zur Förderung des Ländlichen Raumes im Landkreis Würzburg am 26.11.2008 von Landrat Nuß mit
- dem Leader-Management im Amt für Landwirtschaft und Forsten, Bad Neustadt a.d.S.
- dem Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken, Würzburg
- der Regierung von Unterfranken, Würzburg
hatte folgendes Ergebnis erzielt:
- Das Regionalmanagement
- ist im Landkreis aufgrund vorhandener und funktionierender Strukturen nicht unbedingt notwendig
- bereitet aufgrund der deutlichen Unterschiede von Stadt und Landkreis auch Probleme bei der Umsetzung.
- Das LEADER-Programm
- ist erst wieder 2013 möglich
- ist aufgrund der zu heterogenen Voraussetzungen des Landkreises (Stadtnah, stadtfern) nicht geeignet bzw. nur schwierig umsetzbar
- Das ILEK
- wäre für stadtferne Teilgebiete Süd und West passend
- wäre evtl. auch mit LEADER in Verbindung zu bringen.
Der Landkreis Würzburg hat sich deshalb für folgende Strategie bei der Förderung des ländlichen Raums entschieden:
1. Stabsstelle S 1 –Landkreis-Marketing-
- Geografischer Umgriff:
• Landkreis Würzburg mit seinen 52 Gemeinden - Aufgaben:
• Imagepflege, Öffentlichkeitsarbeit
• Kreisentwicklung mit Wirtschafts-, Tourismus- und Kulturförderung
• Regionalplanung, Landesentwicklungsprogramm
2. Tourismusverband Fränkisches Weinland (www.fraenkisches-weinland.de)
- Geografischer Umgriff:
• Mitgliedschaftsbezogen sind folgende Gemeinden aus dem Landkreis Würzburg erfasst:
Aub, Eibelstadt, Eisenheim, Erlabrunn, Frickenhausen, Helmstadt, Höchberg, Margetshöchheim, Ochsenfurt, Randersacker, Rimpar, Rottendorf, Röttingen, Sommerhausen, Tauberrettersheim, Thüngersheim, Veitshöchheim, Winterhausen, Zell a. Main - Aufgaben:
• Tourismusförderung
3. Zweckverband Erholungs- und Wandergebiet Würzburg
- Geografischer Umgriff
• Stadt und Landkreis Würzburg als Gesamtgebiet mit seinen 52 Gemeinden - Aufgaben:
• Radwegenetz
• Badesee Erlabrunn
4. LAG Wein, Wald, Wasser (www.weinwaldwasser.de)
- Geografischer Umgriff:
• Arnstein, Bergtheim, Erlabrunn, Estenfeld, Eußenheim, Güntersleben, Hausen b. Würzburg, Himmelstadt, Karlstadt, Kürnach, Leinach, Oberpleichfeld, Retzstadt, Rimpar, Thüngen, Thüngersheim, Unterpleichfeld, Zellingen (11 Gemeinden aus dem Landkreis Würzburg mit insgesamt 38.507 Einwohnern) - Aufgaben:
• Das Leitbild Wein, Wald, Wasser erLeben beschreibt eine Region mit einer hohen Lebensqualität für ihre Bewohner. Die Bürger und Besucher können die Region erLeben, insbesondere unter den für die Region wichtigen Aspekten Wein, Wald und Wasser.
Der Wein spielt aufgrund der Vielzahl von Weinbaubetrieben eine wichtige Rolle. Von Bedeutung sind die Sicherung des Sonderkulturanbaus und die touristische Inwertsetzung. Die Förderung des Tourismus auf der fränkischen Platte, die unter Struktur- und Wirtschaftsproblemen leidet, steht im Mittelpunkt verschiedener Konzepte.
Der schonende Umgang mit dem kostbaren Gut Wasser ist vor dem Hintergrund der Problematik der Wasserversorgung auf der fränkischen Trockenplatte (Landwirtschaft) und dem Klimawandel zu sehen. Wichtig sind hierbei auch die angebotenen Freizeitmöglichkeiten (Main und Nebenflüsse) sowie der Schutz von Flora und Fauna.
Der Schwerpunkt Wald befasst sich mit einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung, dem Klimawandel und seinen Folgen, Freizeitverhalten und Ökologie. Zentrale Rolle spielt hierbei das unter LEADER+ realisierte Walderlebniszentrum Gramschatzer Wald.
5. LAG Main-Steigerwald e.V.
- Geografischer Umgriff:
• Dingolshausen, Donnersdorf, Frankenwinheim, Lülsfeld, Michelau i. Steigerwald, Markt Oberschwarzach, Sulzheim, Wipfeld, Markt Eisenheim, Kolitzheim, Schwanfeld und Stadt Gerolzhofen - Aufgaben:
• Die Lebensqualität in der Region Main-Steigerwald zu verbessern und die regionale Identität nachhaltig zu stärken. Der Wein ist das verbindende Element zwischen dem Naturpark Steigerwald und dem Maintal
6. ILEK südlicher Landkreis Würzburg
- Geografischer Umgriff:
• Nach einem Workshop am 22./23.04.2009 zur regionalen Entwicklung im südlichen Landkreis haben sich zwischenzeitliche folgende Gemeinden für eine Kooperation „ILEK südlicher Landkreis Würzburg“ entschieden:
Aub, Bieberehren, Bütthard, Gaukönigshofen, Gelchsheim, Geroldshausen, Giebelstadt, Kirchheim, Ochsenfurt, Reichenberg, Riedenheim, Röttingen, Sonderhofen und Tauberrettersheim (insgesamt 35.199 Einwohner).
• Der Abschlussbericht des mit dem ILEK-Konzept beauftragten Planungsbüros liegt seit 28.11.2011 vor und wurde am 27.03.2012 der Öffentlichkeit vorgestellt und soll noch in den jeweiligen Gemeinderäten endgültig beschlossen und dann vom Amt für Ländliche Entwicklung genehmigt werden. Ein Folgeseminar ist bereits für den 12./13.06.2012 vorgesehen, in dem die weitere Vorgehensweise (Rechtsform, Management, Projekte) festgelegt wird. - Aufgaben:
• Entwicklung des ländlichen Raumes
7. ILEK „Südliches Maindreieck“
- Geografischer Umgriff:
• Nach einem 1. Gespräch am 22.09.2011 haben sich folgende Gemeinden für eine Kooperation „Südliches Maindreieck“ und ein Seminar für die Vorbereitung eines ILEK ausgesprochen:
Randersacker, Theilheim, Eibelstadt, Winterhausen, Sommerhausen, Ochsenfurt, Frickenhausen, Marktbreit, Obernbreit, Marktsteft, Segnitz, Sulzfeld
• Das Seminar zur Vorbereitung eines ILEK fand am 27./28.01.2012 statt. Die Gründung der Kooperation soll im Juli dieses Jahres erfolgen. - Aufgaben:
• Entwicklung des ländlichen Raumes mit einem Schwerpunkt „Tourismus und Wein“
8. ILEK „Westlicher Landkreis“
Auf der Grundlage eines 1. Gesprächs am 14.10.2011 und einem ersten Bürgermeistergespräch am 01.03.2012 ist eine Kooperation auf ILEK-Basis vorgesehen.
- Geografischer Umgriff:
• Altertheim, Greußenheim, Eisingen, Helmstadt, Hettstadt, Holzkirchen, Kist, Neubrunn, Remlingen, Uettingen, Waldbrunn, Waldbüttelbrunn
• Das Seminar zur Vorbereitung eines ILEK soll am 09./10.05.2012 stattfinden. - Aufgaben: Entwicklung des ländlichen Raums
Herr A. Stumpf
Leiter Stabsstelle Landrat
Haus I, Zimmer 348
Landratsamt Würzburg Zeppelinstraße 15
97074 Würzburg
Tel. 0931 8003-435
Fax 0931 8003-438
E-Mail: a.stumpf@lra-wue.bayern.de

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