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29.5.18: Tularämie (auch Hasenpest oder Nagerpest)

Die Tularämie, auch Hasenpest genannt, ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die auf natürlichem Wege von Tier auf den Menschen übertragen werden kann (Zoonose).

Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist nicht bekannt.      

Mögliche Übertragungswege

Die Infektion kann erfolgen

  • durch Haut- oder Schleimhautkontakt mit infektiösem Tiermaterial (z.B. beim Abhäuten),
  • durch Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminierten Fleisch (z.B.Hasen), anderen Lebensmitteln bzw. durch Aufnahme von kontaminiertem Wasser,
  • durch Inhalation von infektiösem Staub (aus Erde, Stroh oder Heu),
  • durch Kontakt mit kontaminierten blutsaugenden Parasiten (Zecken, Mücken, Fliegen)
  • oder beim Umgang mit den Erregern im Labor.

Die Inkubationszeit beträgt, abhängig von Infektionsdosis, Infektionsweg und von der Virulenz des Erregerstammes 1 bis 14 Tage, in der Regel 3 bis 5 Tage. Selten sind auch Inkubationszeiten von mehreren Wochen beschrieben.

Mit dem Erreger kontaminierte Materialien bleiben bei Temperaturen zwischen 0°C und 10°C wochenlang, bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt monatelang lebensfähig. Mit dem Erreger kontaminierte Materialien in der Umwelt (z. B. Wasser, Kadaver erkrankter Tiere) bleiben insbesondere in den kalten Wintermonaten lange infektiös. Auch gefrorenes kontaminiertes Fleisch bleibt monatelang infektiös. F. tularensis ist durch gängige Desinfektionsmethoden leicht abzutöten.

Krankheitsbild beim Menschen

Das Krankheitsbild hängt unter anderem von der Eintrittspforte des Erregers ab und kann sehr verschiedenartig sein. Beim Menschen verläuft die Krankheit in Abhängigkeit vom Übertragungsweg sehr unterschiedlich.

Häufige Krankheitserscheinungen sind grippeartige Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, auch Lungenentzündung, fortschreitende Entzündung an der Eintrittsstelle und Lymphknotenschwellungen.

Personen sollten bei Krankheitserscheinungen v.a. nach einem Wildtierkontakt einen Arzt aufsuchen und diesen darauf hinweisen. Um einen schweren Krankheitsverlauf und Komplikationen zu vermeiden, ist eine frühzeitige Therapie essentiell. Eine erfolgreiche Behandlung ist bei rechtzeitiger Diagnose mit Antibiotika gegeben.                                           

So können Sie sich schützen

Zum Schutz vor Übertragung sollten bei Kontakt mit kranken und toten Wildtieren, insbesondere Hasen und Kaninchen, Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Insbesondere sollten Jäger beim Abbalgen Handschuhe tragen und auffällige Tiere den Behörden für eine Untersuchung melden. Bei zu erwartender Aerosolentwicklung sollte eine Atemschutzmaske (FFP2/FFP3) getragen werden.

Fleisch von Hasen und Kaninchen sollte nur gut durchgegart verzehrt werden.

Der Kontakt mit durch Tierkadaver kontaminiertem Wasser sollte gemieden werden.

Regeln der Haushalts- und Händehygiene sollten strikt eingehalten werden.                               

Gesetzliche Regelungen und weitere Informationen

Der Erregernachweis aus akuten menschlichen Erkrankungsfällen ist gemäß § 7 Abs. 1 des Infektionsschutzgesetzes meldepflichtig. Die Tularämie bei Hasen und Kaninchen ist gemäß der Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten dem zuständigen Veterinäramt zu melden.