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Schlossmuseum Rimpar

Geschichte Schloss Grumbach

Vermutlich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde die Burganlage errichtet und im 15./16. Jahrhundert zu einer dreiflügeligen Schlossanlage umgestaltet. 1371 findet sich die erste urkundliche Erwähnung, dass die Herren von Grumbach ihren Sitz in Rimpar hatten.

1603 starb das Geschlecht derer von Grumbach in Rimpar aus. Bereits 1593 wurde das Schloss durch Kauf des Hochstiftes Würzburg fürstliche Landresidenz. Für 1739 ist der letzte Aufenthalt eines Fürstbischofs im Schloss, von Friedrich Karl von Schönborn, dokumentiert. 1780 bis 1793 wird auf Befehl der fürstlichen Hofkammer der Westflügel eingelegt. 1803 kommt das Schloss durch die Säkularisierung an das Kurfürstentum Bayern, später Königreich Bayern. 1806 wird Schloss Grumbach Sitz des Forstamtes Gramschatz, 1822 wird das Forstamt Rimpar hier erstmals urkundlich erwähnt, das 1973 aufgelöst wird.

1980 gründet sich der Verein Freundeskreis Schloss Grumbach e.V., der Markt Rimpar kauft das Gebäude vom Freistaat Bayern und lässt es von 1981 bis 1984 zum Rathaus umgestalten. 1994 bis 2000 erfolgt der Ausbau der Museen, im Jahr 2000 werden die Museen eröffnet.Im Schlossmuseum befinden sich Archäologisches Museum, Bäckerei-Museum, Maurer- und Zimmerer-Museum, Kriminal-Museum sowie Trachtenmuseum.


Archäologisches Museum

Das Museum im ehemaligen Westflügel des Schlosses zeigt vorrangig die bei Freilegungsarbeiten in den Ruinen des Schlosses aufgefundenen Exponate (14. – 19. Jahrhundert) wie Keramikgefäße, Scherben, Ofenkacheln, Stuckfragmente, bildhauerische Werkstücke, Wandmalerei, Münzen, u. a. Außerdem ist eine Sammlung zur Vor- und Frühgeschichte Rimpars und Umgebung (Bandkeramik) ausgestellt.


Bäckereimuseum

Auf ca. 150 m² Ausstellungsfläche wird die Geschichte des Bäckerhandwerks dargestellt. Glanzstücke sind eine historische Backstube und ein Bäckerladen um 1900. In der Backstube finden Sie eine Backofenschauwand eines direkt befeuerten Ofens, sowie Teigteilmaschine, Semmelbröselmaschine, Knetmaschine, Backtrog und vieles mehr.

Der Bäckerladen mit der Originalausstattung um 1900/1920 hat eine kleine Eis-Theke und viele zeitgenössische Gebrauchsgegenstände.

In 25 Vitrinen werden außer wertvollen Exponaten zur Zunftgeschichte des 17. - 19. Jahrhunderts wie Silberpokale, Zunfttruhe, Siegelabdrucksammlung, viele Dokumente, Wanderbücher, Gesellenund Meisterbriefe, Backformen, Brauchgebäck u. a. ausgestellt.

Außerdem zeigen zeitgenössische Fotos und Originalgraphiken einen Querschnitt über die Erzeugung von Brotgetreide und Mehl. Für Schulklassen liegt ein von Lehrkräften erarbeitetes museumspädagogisches Heft vor.


Maurer- und Zimmerermuseum

Das Maurer- und Zimmerermuseum entstand von 2008 - 2009 nach der Idee und Planung von Edwin Hamberger. Es ist im so genannten Wasserturm untergebracht. In neun Vitrinen und Schauwänden sind Werkzeuge und Dokumente beider Berufe ausgestellt. Herausragend sind Zimmererwerkzeuge aus dem 18. Jahrhundert, z.B. Beile, Hobel und Bohrwinde.

Für beide Berufe sind ausgestellt: Dokumente wie Pläne, Gesellen- und Meisterbriefe, Lehrverträge, Führungszeugnisse, Kostenaufstellungen für Wohngebäude, Nivelliergeräte und Reißzeuge vom 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus sind Zunftkrüge und die Zunfttruhe der Rimparer Maurer, Steinhauer und Zimmerleute (um 1700) zu sehen. Schauwände mit historischen Fotos und Abbildungen dokumentieren beide Berufe und den mittelalterlichen Baubetrieb.

Außerhalb des Museums wird die praktische Seite beider Berufe gezeigt. So sind zwei romanische Mauerbögen und ein gotischer Bogen als Sichtmauerwerk zu sehen und im neuen Ausstellungsraum Zimmerermodelle und Infotafeln.


Trachtenmuseum

Die Ausstellung im Greiffenklau-Saal zeigt unterfränkische Trachten aus dem Umfeld von Würzburg mit vielen Trachtenteilen, Trachtenjäckchen (Körres), Schultertücher, bestickte Schuhe, Unterwäsche, Arbeitstracht, zwei Trachtenpuppen, wertvolle Andachtsbücher u.a.


Kriminalmuseum

Im so genannten Grumbach-Gefängnis, einem Turm mit drei übereinander liegenden Gefängnissen, ist im Erdgeschoss eine kleine Dauerausstellung
zur Gerichtsbarkeit des späten Mittelalters untergebracht (Rechtsprechung, Verurteilung, Folter, Hinrichtungsstrafen, Schandstrafen). Daneben sind einige Exponate zur Gerichtsbarkeit zu sehen. Eine Seltenheit befindet sich im ersten Untergeschoss. Hier sind im Wandputz viele Namen, Monogramme, Galgen, Strichkalender u.a.m., von den Gefangenen eingeritzt worden.

Ansprechpartner
Edwin Hamberger, Freundeskreis Schloss Grumbach e.V.,
Am Schleifweg 4, 97222 Rimpar, Tel. 09365 9245

Öffnungszeiten
April bis Oktober ca. 14tägig jeweils sonntags von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr.
Führungen ganzjährig.

Eintrittspreise
Erwachsene 2 Euro, Kinder bis 18 Jahre, Studenten/Schulklassen frei.

Veranstaltungen
Jährlich Museumsfest, Sonderausstellung.