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03.09.2026

300 Notfalleinsätze pro Tag: Rettungsdienst zieht Hitzebilanz und profitiert von neuem Schutzkonzept

Mit der Zahl seiner Einsätze hat der Rettungsdienst im Bereich der Integrierten Leitstelle Würzburg in diesem Sommer genauso wie die Hitze einen neuen Rekord aufgestellt. In der letzten Juniwoche wurden die Blaulichtorganisationen bei Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad Celsius bis zu 300 Mal am Tag bei Notfällen alarmiert.

Angesichts der zunehmenden Hitzeperioden und der damit verbundenen Herausforderungen für die Rettungsdienste hat der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Würzburg (ZRF) gemeinsam mit allen Rettungsdiensten – Bayerisches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Johanniter-Unfall-Hilfe, RKT Rettungsdienst – ein Konzept entwickelt, um die extreme Wärmebelastung im Sinne der Klimaanpassungsstrategie zu bewältigen, und erstmalig probeweise umgesetzt. „Ziel unseres Konzepts ist es, die notfallmedizinische Versorgung auch bei außergewöhnlichen Wetterlagen zuverlässig aufrechtzuerhalten und die Gesundheit der Einsatzkräfte bestmöglich zu schützen“, sagt Dr. Andreas Klinger, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, der das erste Ergebnis zusammenfasst: „Man kann jetzt sagen, es hat gewirkt und sich an den Tagen etabliert.“

Zusätzliche Rettungsfahrzeuge an heißen Tagen

Zentrales Element des Konzepts sind abgestufte Maßnahmen, die sich an den Warnstufen des Deutschen Wetterdienstes orientieren. Bereits ab einer vorhergesagten Wärmebelastung von 32 Grad stimmen sich die Rettungsdienste mit der Integrierten Leitstelle der Berufsfeuerwehr, dem Ärztlicher Leiter Rettungsdienst und der Geschäftsstelle des ZRF ab. Ab einer vorhergesagten extremen Wärmebelastung von 38 Grad wird ein Voralarm für die Rettungsorganisationen ausgelöst. „An den vergangenen Hitzetagen konnten die Rettungsdienste so fünf bis zehn zusätzliche Fahrzeuge zum Wohl der Notfallpatienten zum Einsatz bringen, aber auch zur Entlastung der Dienstmannschaften, die gegen die Hitze kämpfen“, erläutert ZRF-Geschäftsleiter Paul Justice.

Sollten kurzfristig weitere relevante Kapazitäten benötigt werden, kann die Integrierte Leitstelle die ehrenamtlichen Schnelleinsatzgruppen (SEG) der Hilfsorganisationen mit dem Zusatz „Sonderalarm Hitze“ alarmieren. Hierfür werden ausschließlich für dem Rettungsdienst qualifizierte Einsatzkräfte und standardmäßig ausgestattete Einsatzfahrzeuge berücksichtigt. „Falls durch viele Notrufe dann weiterhin ein erhebliches Missverhältnis zwischen verfügbaren Ressourcen und dem Einsatzaufkommen besteht, lösen wir einen SEG-Vollalarm für alle ehrenamtlichen Einheiten aus“, berichtet Markus Münch, Sachgebietsleiter der Integrierten Leitstelle der Berufsfeuerwehr. So weit ist es in diesem Jahr an den Hitzetagen jedoch nicht gekommen.

Schutzmaßnahmen für Einsatzkräfte

„Vor allem bei Hitzeperioden ist es den Rettungsdienstleitungen wichtig, die Einsatzkräfte durch gezielte Schutzmaßnahmen zu unterstützen“, berichtet Lukas Demling, Bereichsleiter Einsatzdienste beim Bayerischen Roten Kreuz in Würzburg. Dazu gehören unter anderem klimatisierte Rettungswachen, kühle Getränke und Eis, persönlicher Sonnenschutz wie Kopfbedeckungen sowie gezielte Informationen zur Früherkennung von Überlastungssymptomen. So haben die Rettungsdienste täglich ihre Einsatzfahrzeuge mit Mineralwasserflaschen aufgerüstet, sowohl für Patienten als auch für die Mitarbeitenden.

Landrat Thomas Eberth, Verbandsvorsitzender des ZRF, würdigt das Engagement aller Beteiligten: „Die Hitze verlangt den Menschen, aber auch besonders den Einsatzkräften der Rettungsdienste und Feuerwehren viel ab. Daher muss darauf reagiert und im Sinne des Arbeitsschutzes durch Maßnahmen gehandelt werden. Mein herzlicher Dank gilt allen, die an der Entwicklung dieses wichtigen Konzepts mitgewirkt haben. Ihr Einsatz und ihre Weitsicht sind ein großer Gewinn für die Sicherheit der Menschen in unserer Region und für die Einsatzkräfte. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Bevölkerung und Einsatzkräfte auch in Zeiten extremer Hitze bestmöglich geschützt sind und notwendige Einsätze bestmöglich gemeistert werden.“

Gemeinsam für mehr Sicherheit

Das Konzept wurde unter Federführung des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst, Dr. Andreas Klinger, gemeinsam mit ZRF-Geschäftsführer Paul Justice, dem Sachgebietsleiter der Integrierten Leitstelle Würzburg, Markus Münch, sowie Vertretern des Bayerischen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes, der Johanniter-Unfall-Hilfe und des RKT Rettungsdienstes der Landkreise Kitzingen, Main-Spessart, Würzburg sowie der Stadt Würzburg entwickelt. Auch die Kliniken und weitere Partner sind eingebunden. „Nur durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten wir den Herausforderungen extremer Hitze in den vergangenen Monaten wirkungsvoll begegnen“, betont Dr. Andreas Klinger.

Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des Würzburger Konzepts übernimmt die Integrierte Leitstelle Würzburg der Berufsfeuerwehr. „Der Lagedienst der Integrierten Leitstelle stand in den vergangenen Hitzewochen in engem und regelmäßigem Austausch mit den unmittelbaren Kooperationspartnern“, berichtet Sachgebietsleiter Markus Münch. Bei Bedarf gab es kurzfristige Lagebesprechungen per Videokonferenz.

Dies ist eine Pressemitteilung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Würzburg (ZRF).