Sie helfen, wenn es summt und brummt: Wespen- und Hornissenberater sind für den Landkreis Würzburg im Einsatz
Ob beim Grillabend im Garten, beim Eisessen auf dem Spielplatz oder beim Stück Kuchen auf der Terrasse: Im Hochsommer sind Wespen für viele Menschen ungeliebte Begleiter. Befindet sich ein Nest im Rollokasten, im Gartenschuppen oder in einer Holzverkleidung direkt am Haus, ist Vorsicht geboten. Doch nicht jedes Nest muss entfernt werden. Oft genügt eine fachkundige Einschätzung, um Mensch und Tier gleichermaßen gerecht zu werden.
Kompetente Hilfe bieten im Landkreis Würzburg die Expertinnen und Experten des Arbeitskreises Arten und Naturschutz (AKAN). Sie beraten, wenn sich Wespen- oder Hornissennester im häuslichen Umfeld befinden. In begründeten Fällen setzen sie die Nester gegen eine Gebühr fachgerecht um.
Ehrenamtliche übernehmen Aufgabe und verlängern Engagement
Wespen- und Hornissenberater sind ehrenamtlich im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Würzburg tätig und werden für drei Jahre berufen. Gerhard Scheuring und Michael Borsos beraten seit 2024 Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Würzburg. Ihr Engagement wurde nun bis 2029 verlängert.
Erstmals als Wespen- und Hornissenberaterin ist Eva Wurzer tätig. Sie folgt auf den langjährig engagierten Benjamin Tospann, dessen Amtszeit 2026 endet. Seit Juni 2026 ist Wurzer zudem Vorsitzende des AKAN. Landrat Thomas Eberth ernannte Gerhard Scheuring (in Abwesenheit), Michael Borsos und Eva Wurzer offiziell für die kommende Amtszeit bis 2029.
Wespen und Hornissen sind wichtig für das Ökosystem
So lästig Wespen am Kaffeetisch erscheinen – für die Natur sind sie unverzichtbar. Sie jagen große Mengen anderer Insekten und tragen so zum ökologischen Gleichgewicht bei. Da natürliche Nistplätze in Baumhöhlen oder Erdlöchern zunehmend fehlen, weichen die Tiere häufiger auf den menschlichen Wohnraum aus.
Wie alle wild lebenden Tiere sind auch Wespen nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Ihre Nester dürfen nicht eigenmächtig entfernt oder zerstört werden. Für Hornissen gilt sogar ein besonderer Schutzstatus. Ihre Umsiedlung oder Beseitigung ist daher nur mit einer Ausnahmegenehmigung zulässig.
Die Wespen- und Hornissenberater informieren über die Lebensweise der Insekten, beantworten Fragen und suchen gemeinsam mit den Betroffenen und der Unteren Naturschutzbehörde nach einer passenden Lösung. Kontakt zum Arbeitskreis Arten- und Naturschutz ist per E-Mail an akan.ev@web.de oder telefonisch unter 0176 56702030 möglich.
Nützliche Infos zum Umgang mit Wespen und Hornissen
Im Umgang mit Wespen und Hornissen geben die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege und das Gesundheitsamt Würzburg folgende Verhaltenstipps für den Alltag:
• Legen Sie Lebensmittel auf den Tisch, deren Geruch Wespen nicht mögen. Dazu gehören Tomaten, Zitronen, Lavendel, Minze, Basilikum, Teebaumöl und Nelken.
• Wer draußen isst, kann Wespen ein eigenes kleines Buffet anrichten. Haben die Tiere einmal ihre Futterquelle gefunden, interessieren sie sich in der Regel nicht für weitere Speisen. Dazu eine Schale mit Wurst und überreifem Obst drei bis vier Meter entfernt vom eigenen Esstisch aufstellen.
• Grundsätzlich gilt: Ruhe bewahren! Die Insekten sind auf Nahrungssuche und wollen den Menschen in der Regel nicht angreifen.
• Sticht eine Wespe oder Hornisse trotz aller Vorsicht zu, hilft ein Kühlpack oder Eiswürfel direkt auf der Einstichstelle am besten. Kälte lindert den Schmerz und reduziert die Schwellung. Auch die aufgeschnittene Zwiebel hilft und wirkt aufgrund der enthaltenen Schwefelstoffe leicht antibakteriell. Stichheiler sind ebenfalls sinnvoll, da sie einen Teil des Giftes auflösen können. Die Hitze wird jedoch oft als unangenehm empfunden.
• Folgen auf den Stich Atemnot, Schwindel oder Erbrechen, sollte umgehend der Notarzt unter 112 gerufen werden.
• Besteht der Verdacht auf Allergie, sollten sich Betroffene beim Arzt testen lassen und ein entsprechendes Notfallmedikament stets mit sich tragen.