Ein geschützter Ort für Frauen: Sozialausschuss des Landkreises stimmt für zusätzliche Förderung der Würzburger Wärmestube
Für viele Menschen ist die Wärmestube der Christophorus-Gesellschaft in Würzburg eine unverzichtbare Anlaufstelle. Hier finden obdachlose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen eine warme Mahlzeit, die Möglichkeit zu duschen, Beratung sowie die ebenso wichtige Ansprache und ein offenes Ohr. Täglich nutzen rund 60 bis 70 Personen das Angebot. Unter ihnen sind auch viele Frauen, deren besondere Bedürfnisse künftig noch besser berücksichtigt werden sollen.
Der Landkreis Würzburg setzt sich gemeinsam mit der Stadt Würzburg und privaten Spendern für einen eigenen Öffnungstag ausschließlich für Frauen ein. Dafür sollen der Christophorus-Gesellschaft ab 2027 zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden. Der Sozialausschuss hat eine entsprechende einstimmige Empfehlung an den Kreistag formuliert.
Angst und Scham verhindern, dass Frauen Hilfe annehmen
Für Frauen ist die Situation in der Wärmestube besonders belastend: Sie teilen sich Duschen und Toiletten mit vielen anderen Frauen und auch Männern. Viele Frauen berichten, dass sie aus Angst vor Übergriffen oder aus Schamgefühl auf grundlegende Hygieneleistungen verzichten – mit allen gesundheitlichen und psychischen Folgen. Ein geschützter Tag für Frauen mit ausreichend Personal könnte hier einen spürbaren Unterschied machen.
„Hinter jeder Frau, die die Wärmestube aufsucht, steht eine persönliche Geschichte – oft geprägt von Armut, Wohnungslosigkeit, Gewalt oder anderen schweren Schicksalsschlägen. Diese Frauen brauchen nicht nur praktische Hilfe, sondern auch einen Ort, an dem sie sich sicher fühlen und Vertrauen fassen können. Mit dem zusätzlichen Öffnungstag schaffen wir genau diesen geschützten Raum und stärken ein Angebot, das für viele Menschen ein wichtiger Anker im Alltag ist“, sagte Landrat Thomas Eberth.
Mehr Geld für zusätzliches Personal
Um den zusätzlichen Öffnungstag anbieten zu können, wird eine weitere Fachkraft benötigt. Die Finanzierung soll gemeinsam erfolgen: Stadt und Landkreis Würzburg bringen sich jeweils mit 20.000 Euro ein. Der Landkreis will seinen Anteil zur Hälfte aus Eigenmitteln und zur Hälfte über die Stiftung Fleckenstein finanzieren.
Seit Jahren beteiligt sich der Landkreis Würzburg finanziell am Betrieb der Wärmestube in Würzburg, zuletzt mit einem Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro. Über den regulären Zuschuss für die Wärmestube im Jahr 2027 wird der Sozialausschuss im Herbst gesondert beraten. Mit dem einstimmig gefassten Votum des Sozialausschusses setzt der Landkreis jedoch schon jetzt ein Zeichen dafür, Menschen in schwierigen Lebenslagen niedrigschwellige Hilfe und konkrete, passgenaue Unterstützung anzubieten