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16.09.2026

Weniger Bürokratie, mehr Service für die Bürger: Gesundheitsamt Würzburg wird immer digitaler

Jede Woche gehen unzählige Meldungen zu den unterschiedlichsten Themen im digitalen Postfach des Gesundheitsamts für Stadt und Landkreis Würzburg ein. Dahinter stehen Anliegen aus einer Region mit rund 300.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Denn das Gesundheitsamt berät Menschen in verschiedenen Lebenslagen, kümmert sich um die Nachverfolgung meldepflichtiger Infektionskrankheiten, überwacht das Trinkwasser und nimmt Schuleingangsuntersuchungen sowie amtsärztliche Untersuchungen vor. Das bedeutet: Zahlreiche Vorgänge müssen täglich bearbeitet werden.

Zusätzlich zum Tagesgeschäft setzt das Gesundheitsamt seit November 2022 Maßnahmen im Rahmen des „Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ um. Bund und Länder hatten das Programm 2020 mitten in der Corona-Pandemie beschlossen, um den öffentlichen Gesundheitsdienst nachhaltig zu stärken. Mit vier Milliarden Euro fördert der Bund unter anderem moderne technische Ausstattung, digitale Arbeitsabläufe und Anwendungen sowie einen sicheren Datenaustausch. Zweimal hat das Landratsamt Würzburg Ressourcen des Digitalisierungspakts genutzt, um die Leistungen des Gesundheitsamts für Stadt und Landkreis Würzburg zu verbessern.

Digitalisierung soll Abläufe einfacher machen

Gesundheitsämter sollen so leistungsfähiger und besser vernetzt arbeiten, Abläufe vereinfacht und digitale Angebote für Bürgerinnen und Bürger leichter zugänglich werden. In Würzburg sind zusammen mit einer deutlich verbesserten Technik etwa eine Online-Terminvergabe, datenschutzkonforme Web-Formulare und ein zentrales Upload-Portal zur digitalen Übermittlung von Unterlagen entstanden.

„Der Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst greift und hat schon jetzt zu spürbaren Veränderungen geführt. Wenn wir Abläufe vereinfachen und zentrale digitale Lösungen nutzen, entlasten wir unsere Beschäftigten und machen gleichzeitig den Zugang zum Gesundheitsamt für die Menschen einfacher“, sagt Landrat Thomas Eberth und zieht eine positive Bilanz.

Beschäftigte als Innovationsmotor

In der zweiten Förderphase ab Herbst 2024 rückten neben der Technik die internen Abläufe stärker in den Mittelpunkt. Die Digitalisierungsstrategie wurde weiterentwickelt, Beschäftigte stärker einbezogen sowie bestehende Prozesse untersucht und optimiert. Ziel war es, Arbeitsabläufe einfacher und sinnvoll digital abzubilden. Das Bundesministerium für Gesundheit förderte die Maßnahme mit 100.000 Euro aus Mitteln der Europäischen Union.

„Wir sind große Schritte auf dem Weg zu einem digitalen Gesundheitsamt gegangen. Insbesondere haben wir uns fit gemacht, um die geplanten Maßnahmen des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention für ein einheitliches digitales Ökosystem im öffentlichen Gesundheitsdienst umzusetzen“, sagt Dr. Barbara Finkenberg, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamts für Stadt und Landkreis Würzburg und Verantwortliche für den Digitalisierungsprozess.

Zentrale Lösungen für Bayerns Gesundheitsämter

Nun werden landesweit entwickelte digitale Angebote und Software-Anwendungen in den Gesundheitsämtern eingeführt. Dazu gehört das Bürgerportal gesundheitsamt.bayern als zentraler digitaler Anlaufpunkt. Dort sollen Bürgerinnen und Bürger Leistungen online nutzen, Unterlagen und Anträge übermitteln, Termine vereinbaren und datenschutzkonform mit ihrem Gesundheitsamt kommunizieren können. Das Angebot wird schrittweise erweitert und steht in Würzburg in Kürze mit den ersten Modulen zur Verfügung.

Zugleich sollen sich Bürokratie und Doppelarbeit reduzieren: Statt für jedes Gesundheitsamt eigene digitale Lösungen zu entwickeln, können Angebote gemeinsam genutzt werden. Das spart Zeit, Geld und personelle Ressourcen. Für Bürgerinnen und Bürger sollen Anliegen einfacher digital erledigt und innerhalb der Gesundheitsämter effizienter bearbeitet werden.