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08.05.2026

Groß, robust und haarig: Die Silberlinde ist ein Klima-Könner und ein sichtbares Zeichen für die Zukunftsregion Landkreis Würzburg

Die Silberlinde hat ihren Namen von den hellen, fast silbrig schimmernden Härchen auf der Unterseite ihrer Blätter. Und die machen den Laubbaum zu einem echten Klima-Könner: Bei starker Sonneneinstrahlung dreht die Tilia tomentosa ihre Blätter kurzerhand um und reflektiert so einen Großteil der Sonnenstrahlen. Gleichzeitig ist der Baum winterhart und übersteht auch längere Trockenphasen. Er gilt daher als besonders gut gewappnet für den Klimawandel – ein Zukunftsbaum.

Eine solche Silberlinde wurde am Tag des Baumes vor der neu gebauten Drei-Linden-Schule in Gaukönigshofen gepflanzt. Im Rahmen des Radlerfrühlings, der traditionellen Landkreis-Radtour, setzte Landrat Thomas Eberth gemeinsam mit Bürgermeister Johannes Menth sowie Vertreterinnen und Vertretern der Schulfamilie und des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege Würzburg den jungen Baum in die Erde.

Im September 2026 startet in Gaukönigshofen der Unterricht für rund 80 Schülerinnen und Schüler im neuen Gebäude der Förderschule. Der neue Standort wird die beiden kleinen Außenstellen in Frickenhausen und Gelchsheim im südlichen Landkreis zusammenführen und ein optimales Lernumfeld für die Jugendlichen bieten. Die frisch gepflanzte Linde als Namensgeberin der Schule soll künftig gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen wachsen und vor dem Hauptportal des Förderschul-Neubaus zunehmend Schatten spenden. Weitere Silberlinden sollen auch an den beiden weiteren Standorten der Drei-Linden-Schule in Höchberg und Rimpar gepflanzt werden.

„Die Silberlinde steht sinnbildlich für die Entwicklung unserer Bildungsregion und erinnert gleichzeitig daran, dass sich auch die klimatischen Bedingungen im Landkreis Würzburg spürbar verändern. Mit solchen Pflanzungen schaffen wir Lebensqualität, investieren in die Zukunft unserer Kinder und stärken unsere Heimat nachhaltig“, sagte Landrat Thomas Eberth.

Seit 2023 knapp 3000 neue Bäume für den Landkreis Würzburg

Die symbolische Pflanzaktion zum Tag des Baumes ist nur ein Baustein der zahlreichen Maßnahmen zur Verbesserung der Artenvielfalt und zur Klimaanpassung im Landkreis Würzburg. Seit 2023 wurden im Landkreis insgesamt 37 Bäume in Kindergärten und fast noch einmal so viele an Aktionstagen gemeinsam mit Vereinen gesetzt. Hinzu kommen rund 2900 Obstbäume, die die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege bereits über die vom Freistaat Bayern geförderte Aktion „Streuobst für alle!“ an Bürgerinnen und Bürger im Landkreis ausgegeben hat.

Organisiert werden die Aktionen von Jessica Tokarek, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Würzburg. Sie berät Bürgerinnen und Bürger auch bei der Auswahl geeigneter Bäume und setzt dabei bewusst auf klimaresiliente sowie ökologisch wertvolle Arten. Obstbäume spielen dabei eine besondere Rolle: Sie bereichern den Speiseplan von Menschen und Insekten, binden CO2 und leisten bei fachgerechter Pflanzung einen wichtigen Beitrag zum Wassermanagement.

Darüber hinaus bringt Tokarek regelmäßig alte und weniger bekannte Baumarten wie Elsbeere, Mispel oder Wildbirne stärker in den Landkreis Würzburg. Diese gelten als robust gegenüber Trockenheit und steigenden Temperaturen und tragen gleichzeitig zur biologischen Vielfalt bei.

„Die Baumpflanzungen sind Teil der umfassenden Strategie des Landkreises Würzburg, die Biodiversität zu stärken und unsere Region an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen“, erklärt Jessica Tokarek. „Unser Ziel ist es, nicht nur zusätzliche Lebensräume zu schaffen, sondern auch möglichst viele Menschen zu motivieren, selbst aktiv zu werden und den Wert von Bäumen für Klima, Natur und Ernährung zu erkennen.“