Neuer Kreistag nimmt Arbeit in herausfordernden Zeiten auf - 28 Mitglieder erstmals vereidigt
Mit der konstituierenden Sitzung in der Erasmus-Neustetter-Halle in Rottendorf hat der neu gewählte Kreistag des Landkreises Würzburg seine Arbeit für die Wahlperiode 2026 bis 2032 aufgenommen. Dem neuen Gremium gehören 70 Mitglieder an, darunter 28 neue Kreisrätinnen und Kreisräte. In der Sitzung wurden die organisatorischen und personellen Grundlagen für die künftige Arbeit des Kreistags geschaffen.
Landrat Thomas Eberth gratulierte den neu und wiedergewählten Kreisrätinnen und Kreisräten und betonte die gemeinsame Verantwortung für die Zukunft des Landkreises. „Wie stellen wir unseren Landkreis auf, damit er für die Menschen zukunftsfähig bleibt und weiterhin ein attraktiver Lebens- und Wirtschaftsraum ist?“, formulierte Eberth die zentrale Leitfrage der neuen Wahlperiode. Gerade in finanziell herausfordernden Zeiten brauche es einen Kreistag, der Verantwortung übernehme, Prioritäten setze und gemeinsam tragfähige Lösungen entwickle.
Zukunftsfragen im Mittelpunkt der neuen Wahlperiode
In seiner Rede skizzierte der Landrat zentrale Themen der kommenden Jahre. Schwerpunkte seien unter anderem die Sicherung und Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung, die Bildungslandschaft im Landkreis, Investitionen in Digitalisierung und Schulen, die Verkehrsinfrastruktur sowie die Unterstützung des ländlichen Raums und des Ehrenamts. Besonders hob Eberth hervor, Verwaltungsprozesse verständlicher und bürgernäher gestalten zu wollen. Bürgerinnen und Bürger erwarteten zurecht „schnelles, verständliches und lösungsorientiertes Handeln“ der Verwaltung. Digitalisierung müsse dabei spürbare Verbesserungen bringen, zugleich müsse das Landratsamt weiterhin menschlich erreichbar bleiben.
Auch die Bedeutung der Zusammenarbeit innerhalb der kommunalen Familie stellte Eberth heraus. Landkreis, Gemeinden, Stadt Würzburg und der Bezirk Unterfranken müssten gemeinsam Verantwortung für den Lebensraum von rund 290.000 Menschen übernehmen. „Wir wollen am Ende der Legislatur erreicht haben, dass es den Menschen im Landkreis weiter gut geht“, sagte der Landrat.
Die Regierungspräsidentin von Unterfranken, Dr. Susanne Weizendörfer, würdigte in ihrem Grußwort die Bedeutung des kommunalen Ehrenamts und dankte den ausgeschiedenen Kreisrätinnen und Kreisräten für ihren langjährigen Einsatz. Zugleich wünschte sie den Mitgliedern des Kreistags Augenmaß und eine glückliche Hand für die anstehenden Entscheidungen.
Kommunalpolitik stärkt Vertrauen in Demokratie
Weizendörfer betonte die zentrale Rolle der Kommunalpolitik für das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Staat. Erfolgreiche Kommunalpolitik entstehe durch Sacharbeit über Parteigrenzen hinweg und habe unmittelbare Auswirkungen auf das Leben der Menschen vor Ort. Gerade deshalb sei die Arbeit der kommunalen Gremien ein wichtiger Beitrag zur Stabilität der Demokratie und weniger anfällig für Extremismus.
Mit Blick auf die vergangenen Jahre dankte die Regierungspräsidentin Landrat Thomas Eberth für dessen Arbeit seit 2020. Er habe den Landkreis auch in Krisenzeiten mit Verantwortung und Weitblick geführt, unter anderem während der Corona-Pandemie und bei der Bewältigung der Herausforderungen rund um die Unterbringung Geflüchteter. Zugleich verwies sie auf die großen Zukunftsaufgaben des Landkreises, darunter die Haushaltskonsolidierung, die Weiterentwicklung der Krankenhausversorgung, Fragen der zivilen Verteidigung sowie den Ausgleich zwischen Rohstoffgewinnung und Trinkwasserschutz.
Christine Haupt-Kreuzer blickt auf zwölf Jahre als stellvertretende Landrätin zurück
Nach zwölf Jahren kandidierte Christine Haupt-Kreuzer nicht erneut für das Amt der stellvertretenden Landrätin. Dem Kreistag bleibt sie weiterhin als Mitglied der SPD-Fraktion erhalten. In ihrem Rückblick erinnerte Haupt-Kreuzer unter anderem an die Herausforderungen während der Flüchtlingsbewegung ab 2015 sowie an ihr langjähriges Engagement für das Ehrenamt und den Rettungsdienst. Zugleich dankte sie dem Kreistag und der Verwaltung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und bezeichnete das Amt als eine Aufgabe, die mit großer Verantwortung und Demut verbunden sei.
Neben den personellen Entscheidungen befasste sich der Kreistag in seiner ersten Sitzung der neuen Wahlperiode außerdem mit der Besetzung der Ausschüsse und Gremien des Landkreises sowie weiteren organisatorischen und satzungsrechtlichen Themen.