Feuerwehrhaus-Neubau, fokussierte Innenentwicklung und großes ehrenamtliches Engagement - Neubrunn blickt optimistisch in die Zukunft
Der Neubau eines Feuerwehrhauses beschäftigt den Markt Neubrunn bereits seit einigen Jahren. In dieser Zeit wurden unterschiedliche Möglichkeiten geprüft – von der Sanierung der bestehenden Feuerwache über den Umbau einer erworbenen Halle bis hin zu einem Neubau. Inzwischen steht fest: Im Gewerbegebiet am Beckenpfad soll ein neues Feuerwehrhaus entstehen.
Der im Frühjahr neu ins Amt gewählte Bürgermeister Horst Hofmann blickte bei einem Besuch von Landrat Thomas Eberth optimistisch auf den aktuellen Stand des Projekts. Die Planungen für den Neubau, die bereits unter seinem Vorgänger auf den Weg gebracht wurden, sind inzwischen weit fortgeschritten: Der Bauantrag ist eingereicht, die erste Kostenschätzung liegt bei 3,3 Millionen Euro. „Sobald die Förderung von der Regierung von Unterfranken und der vorzeitige Maßnahmenbeginn bewilligt sind, geht es los“, erklärt Hofmann.
Gut aufgestellt – und einiges vor
Der Bürgermeister hat einiges vor mit seiner Wahlheimat Neubrunn und dessen Ortsteil Böttigheim. Vor mehr als 20 Jahren zog er aus dem Spessart in die Marktgemeinde mit heute rund 2300 Einwohnern. Seitdem engagiert er sich in Vereinen und begleitete die Entwicklung der Gemeinde unter anderem als dritter Bürgermeister. „Einkaufsmarkt, Zahnärztin, Allgemeinmedizinerin und ein paar Gewerbe: Der Markt Neubrunn ist gut aufgestellt“, lautet seine Analyse.
Bei einer Gemeindebegehung mit Landrat Thomas Eberth und einer Abordnung des Landratsamts zeigte Hofmann, wo Handlungsbedarf besteht. Eberth besucht die Landkreisgemeinden regelmäßig, um sich vor Ort ein Bild zu machen und Bürgermeister sowie Verwaltungen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
Wasser und Ortskerne im Blick
Das Großprojekt für die kommenden Jahre ist nach Horst Hofmanns Aussage die Weiterentwicklung der Ortskerne. Ein städtebauliches Entwicklungskonzept soll helfen, Leerstände gezielt zu vermarkten und Perspektiven für Neubrunn und Böttigheim zu erarbeiten. Mit dem neuen Feuerwehrhaus wird zudem die letzte freie Fläche im bestehenden Gewerbegebiet bebaut.
Ein besonderes Potenzial sieht Hofmann am Schlossgarten. Schon heute finden dort Veranstaltungen wie die Feier zum 1. Mai, das Schlossfest oder der Weihnachtszauber statt. Über die Kleinprojekte-Förderung wurde ein Häuschen mit Sanitäranlagen errichtet. In Hofmanns Augen könne hier noch mehr Gemeindeleben stattfinden.
Eine Herausforderung sind hohe Wasserverluste in Teilen des Marktes. Das Leitungssystem ist teilweise marode, installierte Funkwasserzähler helfen aber bei der Suche nach problematischen Stellen. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit musste Hofmann deswegen die Wassergebühren allerdings von knapp vier auf etwas mehr als sechs Euro pro Kubikmeter erhöhen. Für ihn steht fest: Wasser ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen, bei dem man die Bürgerinnen und Bürger in besonderem Maße informieren und mitnehmen müsse.
Vieles entsteht gemeinsam
Als Bürgermeister setzt Horst Hofmann vor allem auf die Kraft des Miteinanders in Neubrunn und Böttigheim. Das Freibad etwa wird zu einem großen Teil durch bürgerschaftliches Engagement betrieben und erhalten. Eine Rutsche ließ sich teilweise aus einer Vereinsspende finanzieren. In Böttigheim entstand zuletzt mit viel ehrenamtlichem Einsatz ein Soccer-Kleinfeld an der Frankenlandhalle. Auch in Zukunft wolle Horst Hofmann daher die Menschen in Neubrunn und Böttigheim eng in die Entwicklung und in Projekte einbinden.
„Ich halte es für elementar wichtig für Gemeinden, sich ein Konzept zur Nutzung und Belebung des Ortskerns zu machen, und würde mich freuen, wenn der Markt Neubrunn diesen Weg intensiv geht“, so Landrat Thomas Eberth. Mit Blick auf die anstehenden Projekte zeigte er sich zuversichtlich: „Ich bin optimistisch, dass der Bürgermeister und der Gemeinderat in Neubrunn und Böttigheim die Dinge für die Bürgerinnen und Bürger gut weiterentwickeln können.“