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20.02.2026

Turnschuhe statt Anzug - Landrat Thomas Eberth zu Gast beim inklusiven Kinderturnen in Eisingen

Im Rahmen der Mitmach-Aktion „Weg vom Schreibtisch – hin zum Ehrenamt!“ schlüpfte Landrat Thomas Eberth wieder in eine ungewohnte Rolle, bei der statt eines Anzugs Sportkleidung gefragt war. Gemeinsam mit der Ehrenamtsbeauftragten Kerstin Ertel von der Servicestelle Ehrenamt des Landkreises Würzburg besuchte er „Annettes Kinderturnen e.V.“ in Eisingen – und wurde dabei selbst Teil der Turngruppe. Es handelt sich um das einzige inklusive Kinderturnen in einem großen Umkreis. „Hier wird Inklusion ganz selbstverständlich gelebt. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam aktiv sind, voneinander lernen und miteinander wachsen. Dieses Engagement zeigt, wie wichtig ehrenamtlicher Einsatz für echte Teilhabe ist“, betont Landrat Thomas Eberth.

Seit 2001 setzt sich das Angebot für gelebte Inklusion im Sport ein. In der Turnhalle der Grundschule Eisingen kommen jeden Donnerstag 25 bis 30 Kinder aus dem gesamten Landkreis Würzburg zusammen. Knapp die Hälfte davon sind Kinder mit Einschränkungen. Gemeinsam turnen, toben und spielen sie. Die Turnstunde ist für Kinder ab dem Laufalter bis zum Ende des Grundschulalters geeignet. Viele Eltern sind als Begleitung dabei und helfen, den Turnparcours aufzubauen oder die Übungen zu bewältigen. „Hier spielt es keine Rolle, wer was kann oder welche Voraussetzungen ein Kind mitbringt. Alle gehören dazu und unterstützen sich gegenseitig. Die Kinder können sich hier richtig austoben und dabei Kontakte untereinander knüpfen“, berichtet eine Mutter.

Landrat Eberth unterstützt am Schwebebalken

Beim Besuch blieb es nicht beim Zuschauen. Landrat Thomas Eberth beteiligte sich aktiv an den Übungen und half den kleinen Akrobatinnen und Akrobaten unter anderem beim Balancieren über den Schwebebalken, beim Klettern am Seil und beim Trampolinspringen. Im Mittelpunkt standen Bewegung, Teamgeist und gegenseitige Unterstützung. Beim Gespräch mit der Kursleiterin Annette Wolz wurde jedoch auch deutlich, dass inklusive Sportangebote selten sind. Gerade seit der Corona-Pandemie sei die Bereitschaft vieler ehrenamtlicher Übungsleiter zurückgegangen, sich zusätzlich auf Kinder mit besonderen Bedürfnissen einzulassen. Der damit verbundene Mehraufwand und Unsicherheiten im Umgang mit unterschiedlichen Voraussetzungen stellten für viele eine Herausforderung dar.

Schulungen für mehr Inklusion im Verein

Um Hemmschwellen abzubauen, bietet Annette Wolz auf Anfrage Schulungen für interessierte Trainerinnen und Trainer an. Ihr Ziel ist es, mehr Menschen für inklusive Vereinsarbeit zu gewinnen und so allen Kindern und Erwachsenen die Teilnahme an sportlichen Freizeitangeboten zu ermöglichen. Auch die Servicestelle Ehrenamt und die Servicestelle Sport des Landkreises Würzburg unterstützen diesen Ansatz ausdrücklich. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, allen Kindern Wege in die Gemeinschaft zu eröffnen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich aktiv einzubringen. Ein weiterer Baustein ist dabei das inklusive Programm FEEL FR.E.E., das jungen Menschen mit besonderen Lebensumständen den Einstieg ins ehrenamtliche Engagement im Verein erleichtert. So sollen Teilhabe und Mitwirkung langfristig gestärkt werden – nicht nur als Teilnehmer, sondern auch als Mitgestalter des Vereinslebens.

Mit der Aktion „Weg vom Schreibtisch – hin zum Ehrenamt!“ möchte die Servicestelle Ehrenamt ehrenamtliches Engagement sichtbar machen und weitere Bürgerinnen und Bürger dafür gewinnen, das gesellschaftliche Leben in den 52 Gemeinden des Landkreises aktiv mitzugestalten. Der Besuch bei „Annettes Kinderturnen“ zeigte eindrucksvoll, wie gelebte Inklusion im Vereinsalltag funktionieren kann – wenn Engagement, Offenheit und Gemeinschaft zusammenkommen.