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13.07.2026

Bahninfrastrukturprojekte: OB und Landrat kritisieren enttäuschende Signale

Im ersten interkommunalen Ausschuss von stadt.land.wü. nach den Kommunalwahlen herrschte beim Thema Bahn-Infrastruktur gleichermaßen Einigkeit in der Region wie großes Unverständnis über aktuelle Maßnahmen der DB InfraGO in Stadt und Landkreis Würzburg. Was nun auch in einen Brief an den bayerischen Verkehrsminister Christian Bernreiter mündete. Hierin fordern Landrat Thomas Eberth und Oberbürgermeister Martin Heilig gemeinsam eine Kurskorrektur beim Bahnhaltepunkt Heidingsfeld West und pochen auf Unterstützung bei der Reaktivierung der Mainschleifenbahn sowie beim Thema Barrierefreiheit der Bahnhaltepunkte.

„Für diesen Halt haben sich Stadt und Landkreis Würzburg bereits seit dem Jahr 2002 gemeinsam eingesetzt. Er stellt einen zentralen Punkt für Anschlussbeziehung zwischen dem Schienenpersonennahverkehr und der Straßenbahn dar und verbessert insbesondere die Anbindung aus Richtung Lauda-Königshofen über Kirchheim und Geroldshausen“, äußern sich der Würzburger Oberbürgermeister und Landrat zu „Heidingsfeld-West“. Der Haltepunkt war bereits in früheren Konzepten der Bayerischen Eisenbahngesellschaft zum E-Netz Mainfranken planerisch vorgesehen und leiste zugleich einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele des Freistaats.

Die Realisierung gestaltete sich aufgrund der bundesrechtlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit jedoch sehr schwierig, obwohl Stadt und Landkreis durch selbst finanzierte Potenzialgutachten die Sinnhaftigkeit des Projekts nachgewiesen haben. „Umso mehr haben wir die Aufnahme in die Stationsoffensive Bayern im Jahr 2016 begrüßt. Auch die eher ungewöhnliche Forderung, die eisenbahnrechtliche Eignung der bestehenden Unterführung als Gleiszugang nachzuweisen, konnte kurzfristig erfüllt werden. Ebenso wurde die Ertüchtigung der Unterführung auf Kosten der Stadt in Aussicht gestellt. Auf dieser Grundlage gingen alle Beteiligten von einer Inbetriebnahme im Jahr 2026 aus. Dass uns nun ausgerechnet in diesem Jahr die Mitteilung erreicht, das Projekt nicht weiterzuverfolgen, ist für uns mehr als enttäuschend. Ebenso irritiert uns die Aussage, die DB InfraGO habe sich bereits im Jahr 2022 aus der weiteren Planung zurückgezogen“, so Eberth und Heilig weiter.

Man befürchte mit diesem Ausstieg durch die Hintertür eine negative Strahlkraft für weitere zentrale Bahninfrastrukturprojekte, zuvorderst beim dringend notwendigen barrierefreien Ausbau der Bahnhaltepunkte Geroldshausen, Thüngersheim und Ochsenfurt. In Geroldshausen werde trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiterhin intensiv an einer tragfähigen Lösung für einen barrierefreien Ausbau und die Sicherung eines leistungsfähigen Bahnangebots gearbeitet. In Thüngersheim setzt sich die Gemeinde mit Unterstützung des Landkreises dafür ein, den geplanten Ausbau des Bahnsteigs mit einer tatsächlich barrierefreien Erschließung des Bahnhofs zu verbinden. Auch diese Projekte seien für eine zukunftsfähige Mobilität im Landkreis von großer Bedeutung. Gleichzeitig unterstützen Stadt und Landkreis die Reaktivierung der Mainschleifenbahn für die Verbindung Volkach - Würzburg mit Nachdruck und bauen weiterhin auf eine angemessene Unterstützung aus München.

Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung von Stadt und Landkreis Würzburg