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05.02.2026

Weg vom Schreibtisch, hin zum Ehrenamt: Team der Servicestelle Ehrenamt übt mit den Würzburger Johannitern für den Blackout

Das Szenario ist beunruhigend: Im Großraum Würzburg fällt der Strom aus. Bei vielen tausend Haushalten funktionieren Herd und Heizung nicht mehr. Die Menschen sind zudem von Internet und Telefonie abgeschnitten und können im Notfall keine Hilfe holen. Um lebenswichtige Infrastruktur aufrecht zu erhalten, haben Kommunen und Hilfsorganisationen für Krisen wie diese Pläne ausgearbeitet. Die Bereitschaft der Johanniter-Unfall-Hilfe in Würzburg hat die Abläufe für den Fall eines Blackouts geübt – und erhielt dabei Unterstützung durch das Team der Servicestelle Ehrenamt am Landratsamt Würzburg.

Im Falle eines großflächigen Stromausfalls muss vor allem die Information der Bevölkerung gewährleistet sein. Dazu dienen Anlaufstellen – sogenannte Leuchttürme – in den Stadtteilen und Gemeinden, an die sich die Menschen im Notfall wenden können. Beispielsweise in Schulen, in Feuerwehrhäusern, Rettungswachen oder Sporthallen werden Informationen bereitgestellt, medizinische Erstversorgunggeleistet, Notrufe entgegengenommen oder sichere Plätze zum Aufwärmen angeboten.

28 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Johanniter verwandelten die Rettungswache in der Würzburger Waltherstraße im Rahmen der Übung in eine Wärmestube mit Infopunkt und versorgten rund ein Dutzend Menschen, die Hilfesuchende mimten. Teil der Übung war die Einbindung von Spontanhelfern – also Bürgerinnen und Bürger, die sich ohne umfassende Ausbildung im Katastrophenfall auf Anhieb bereiterklären, Hilfe zu leisten.

Anlässlich der Aktion „Weg vom Schreibtisch, hin zum Ehrenamt“ hatte sich die Bereitschaft der Johanniter erfolgreich für den Sondereinsatz der Mitarbeiterinnen des Landratsamtes beworben. Die Ehrenamtsbeauftragte des Landkreises Würzburg, Kerstin Ertel, schlüpfte daher mit ihrer Kollegin Franziska Lehner in die Rolle der Spontanhelferinnen. Sie halfen bei der Dokumentation und Erstinformation bei fiktiven Anliegen der Laiendarsteller und entlasteten so die ausgebildeten Fachkräfte.

Ehrenamt als unverzichtbarer Baustein im Bevölkerungsschutz

Laut Uwe Kinstle, Mitglied des Regionalvorstands der Johanniter-Unfall-Hilfe Unterfranken, stand die Übung im direkten Bezug zu den Ereignissen in Berlin. Anfang Januar waren dort rund 50.000 Haushalte eine Woche lang ohne Strom und damit in vielen Fällen auch ohne Heizung und Kommunikation – eine Größenordnung, für die man auch in Würzburg vorbereitet sein möchte.

Die erfolgreiche Übung brachte wichtige Erkenntnisse vor allem für die Planung von organisatorischen Abläufen oder die Anforderungen an Material und Personal. Bereitschaftsleiter Daniel Wirth betonte, dass nur regelmäßiges Training und viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer einen wirkungsvollen Bevölkerungsschutz ermöglichen.

„Ehrenamtliches Engagement ist ein unverzichtbarer Baustein in den Reihen der Hilfsorganisationen – besonders auch im Bevölkerungsschutz“, betont Landrat Thomas Eberth. „Die Blackout-Übung der Johanniter hat wieder gezeigt, dass Haupt- und Ehrenamt Hand in Hand Außergewöhnliches leisten.“ Die Strukturen bei den Johannitern und anderen Hilfsorganisationen gilt es daher bestmöglich zu unterstützen. Die Servicestelle Ehrenamt am Landratsamt Würzburg will als Zentrum für lokales Freiwilligenmanagement, gefördert vom Bayerischen Sozialministerium, mit den Fachberatungsangeboten und FEEL FR.E.E. als Nachwuchsförderprogramm daher weiterhin bewährte Angebote aufrechterhalten und ausbauen.