Landkreis Würzburg bekräftigt Kurs in Richtung Klimaneutralität: Kreistag beschließt erstes integriertes Klimaschutzkonzept
Der Landkreis Würzburg intensiviert seine Bemühungen um den Klimaschutz weiter: Der Kreistag hat ein integriertes Klimaschutzkonzept beschlossen, das dem Landkreis künftig als zentrale Grundlage für alle Maßnahmen im Klimaschutz dient. Ziel ist es, Treibhausgas-Emissionen in der Region deutlich und dauerhaft zu senken und den Klimaschutz systematisch voranzubringen.
Das Konzept, das Klimaschutzmanager Christian Graf vorstellte, bündelt alle wichtigen Bausteine in einem klaren Handlungsrahmen: Es zeigt, wie viel Energie im Landkreis verbraucht wird und wo Emissionen entstehen, analysiert Einsparpotenziale und legt konkrete Ziele zur Reduzierung fest, die sich an den gesetzlichen Vorgaben zur Treibhausgasminderung orientieren. Als Grundlage dafür dient eine detaillierte Bestandsaufnahme mit Daten des Jahres 2023.
Treibhausgasneutrale Landkreisverwaltung bis 2030
Im Ergebnis entstanden konkrete Schritte in mehreren Bereichen: So soll die Landkreisverwaltung selbst bis 2030 CO2-neutral arbeiten, etwa durch die energetische Sanierung von Gebäuden und ein gesteigertes Bewusstsein für ressourcenschonendes Handeln. Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen werden durch Informations- und Mitmachangebote unterstützt, beispielsweise zu klimafreundlichem Heizen oder Energiesparen.
Der Landkreis kann dabei auch auf bereits bestehende Aktivitäten aufbauen: So wurden basierend auf dem im Jahr 2013 beschlossenen Energiekonzept in den vergangenen Jahren unter anderem Energieberatungen für Bürgerinnen und Bürger angeboten, Photovoltaikanlagen auf kreiseigenen Gebäuden ausgebaut und die Beleuchtung in Liegenschaften auf energiesparende Technik umgestellt. Einsparungen von bis zu 72 Prozent des Energiebedarfs im Hauptgebäude des Landratsamts sind nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Projekte in Schulen und Kitas sowie die Förderung des Radverkehrs tragen ebenfalls bereits heute zum Klimaschutz im Landkreis bei.
Energieerzeugung, Mobilität und Bürgerbeteiligung im Blick
Parallel dazu soll der Ausbau erneuerbarer Energien im gesamten Landkreisgebiet gezielt vorangebracht werden. Dank einer großen Zahl von Windenergie- und Photovoltaikanlagen verfügt der Landkreis hierbei über eine gute Ausgangslage. Ein besonderes Augenmerk muss künftig auf den Bereich Mobilität gelegt werden: Fast zwei Drittel der Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2023 waren diesem Bereich zuzuordnen, der im Landkreis – mit über 108.000 zugelassenen Autos im Jahr 2023 – stark vom Individualverkehr geprägt ist. Eine Stärkung klimafreundlicher Alternativen ist daher essenziell.
„Mit dem integrierten Klimaschutzkonzept geben wir uns als Landkreis eine klare, verlässliche Richtschnur für die kommenden Jahre“, führt Landrat Thomas Eberth aus. „Der Schutz unseres Klimas ist für uns kein Einzelprojekt, sondern eine dauerhafte Gemeinschaftsaufgabe – ökologisch geboten und wirtschaftlich sinnvoll. Wir gehen dabei als Landkreisverwaltung mit gutem Beispiel voran und setzen zugleich auf die aktive Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft und Kommunen. Nur gemeinsam können wir die notwendigen Schritte hin zu einer klimaneutralen Zukunft erfolgreich gestalten.“
Der Klimaschutzmanager des Landkreises Würzburg, Christian Graf, hat das Konzept mit Unterstützung des Leipziger Instituts für Energie ausgearbeitet und koordiniert in der Folge auch dessen Umsetzung, überprüft regelmäßig die Fortschritte und entwickelt Maßnahmen weiter. Die Erstellung des Konzepts wurde durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert; auch für die Umsetzung und Verstetigung sollen weitere Fördermittel genutzt werden.