Erste Bildungskonferenz stadt.land.wü. setzt starke Impulse: Kunst und Kultur als Fundament für die Bildungsregion von morgen
Wie sieht eine Bildungsregion aus, die Kinder und Jugendliche auch in Zukunft erreicht? Welche Rolle spielen Kunst und Kultur dabei? Und wie können die Akteurinnen und Akteure in Stadt und Landkreis Würzburg noch enger zusammenarbeiten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die erste Bildungskonferenz stadt.land.wü. in den Mainfrankensälen Veitshöchheim. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Bildungs- und Kultureinrichtungen nutzten die Premiere zum fachlichen Austausch.
Die Konferenz bildete zugleich den inoffiziellen Auftakt zum diesjährigen Kulturherbst im Landkreis Würzburg. Landrat Thomas Eberth und Würzburgs dritter Bürgermeister Joachim Spatz begrüßten die Teilnehmenden und richteten den Blick auf die künftigen Herausforderungen der Bildungsregion.
„Über kurz oder lang werden künstliche Intelligenz und Roboter eine Vielzahl von Tätigkeiten für uns Menschen übernehmen“, betonte Landrat Thomas Eberth. „Kreative Geistesarbeit und die Schaffenskraft des menschlichen Gehirns können jedoch nicht einfach durch Maschinen ersetzt werden. Deswegen sind Bildung, Kultur und das Freisetzen von Kreativität in jungen Menschen so wichtig.“
Auch Joachim Spatz hob die gesellschaftliche Bedeutung von Bildung und Kultur hervor. „Gerade in einer Zeit, in der Wissen und Wahrheit zunehmend infrage gestellt werden, braucht es Orte des Austauschs und der Begegnung. Bildung und Kultur sind wichtige verbindende Elemente für ein gutes gesellschaftliches Miteinander“, so Spatz.
Kultur vermittelt Wissen und Werte
Welche Potenziale in der Verbindung von Bildung und Kultur liegen, zeigte Anna Reitberger, Geschäftsführerin der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Bayern, in ihrem Impulsvortrag. Mit Blick auf die „alarmierenden Ergebnisse“ der aktuellen PISA-Studie verwies sie auf Defizite bei grundlegenden Fähigkeiten wie Lesen und Textverständnis. Fehlende frühkindliche Bildung, digitale Ablenkung und der häufig passive Konsum von Bildungsinhalten würden diese Entwicklung begünstigen.
Kulturelle Bildung könne hier ansetzen: Sie stärke schulische Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und logisches Denken, erreiche junge Menschen aber zugleich außerhalb der klassischen Lernlogik des Klassenzimmers. Kunst und Kultur könnten unterschiedliche Lebenswelten verbinden und einen Beitrag zur mentalen Gesundheit und gesellschaftlichen Resilienz leisten. Investitionen in kulturelle Bildung und deren langfristige Verankerung in der Bildungslandschaft seien deshalb, so Reitberger, „clevere Investitionen in die Zukunft“.
Vom Zuhören zum Mitgestalten
Die erste Bildungskonferenz war bewusst nicht als reine Vortragsveranstaltung angelegt. In moderierten Kleingruppen arbeiteten die Teilnehmenden an unterschiedlichen Themenschwerpunkten, brachten ihre Erfahrungen ein und entwickelten Ideen für die weitere Zusammenarbeit. Eine anschließende Podiumsdiskussion griff zentrale Gedanken auf und vertiefte sie.
Dabei wurde deutlich, wie groß die Bereitschaft ist, die Bildungsregion gemeinsam weiterzuentwickeln. Bestehende Netzwerke sollen gestärkt, neue Kooperationen ermöglicht und der Austausch zwischen Bildungs- und Kulturbereich intensiviert werden. „Die große Beteiligung zeigt, wie viel Wissen, Erfahrung und Gestaltungswillen in unserer Bildungsregion vorhanden sind. Genau diese Kräfte wollen wir noch stärker zusammenbringen“, fasst Sinika Liebert, Bildungsmanagerin des Landkreises Würzburg, die erste Konferenz zusammen.
Auch Anna Reitberger zeigte sich zum Abschluss beeindruckt vom Engagement der Teilnehmenden: „Diese Konferenz ist der Beweis dafür, dass die Region Würzburg sich in Sachen Bildung bereits stark positioniert und auf den Weg in die Zukunft gemacht hat.“
Bildungskommune und kulturelle Bildung
Die Bildungsregion von Stadt und Landkreis Würzburg wird im Rahmen des Bundesprogramms „Bildungskommunen“ weiterentwickelt. Informationen zum Förderprogramm und zur Umsetzung im Landkreis Würzburg gibt es unter: www.landkreis-wuerzburg.de/bildungskommune
Wie kulturelle Bildung auch in der Fläche zugänglich gemacht werden kann, thematisiert eine Podcast-Folge der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung mit Sinika Liebert, Bildungsmanagerin des Landkreises Würzburg, und der Leiterin der Volkshochschule Würzburg und Umgebung, Sabrina Hüttner: www.bkj.de/meldung/neue-podcastfolge-nahversorgung-mit-kultureller-bildung