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02.11.2026

Regional verwurzelt und auf Wachstumskurs: Sagasser stärkt den heimischen Getränkehandel

Anfang der 1950er-Jahre transportierte der erste Lastwagen der Brüder Helmut und Hubert Sagasser Bier von Hof in ihre Heimatstadt Coburg. Seitdem hat sich der gleichnamige Getränkefachhandel stetig weiterentwickelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 100 Filialen in ganz Franken, Thüringen und Sachsen. „Und wir wollen weiter wachsen“, bekräftigt Cornelius Sagasser. Er führt das Familienunternehmen in dritter Generation und möchte es auch im Landkreis Würzburg fest verwurzeln.

Im Rahmen der Wirtschaftsförderung besuchte Landrat Thomas Eberth gemeinsam mit Vertretern der Gemeinden Estenfeld und Kürnach sowie der Industrie- und Handelskammer, der Agentur für Arbeit und einer Abordnung des Landratsamts Würzburg den Logistikstandort der Sagasser Getränkefachhandel Würzburg GmbH in Estenfeld. Seit 2024 lagern dort auf 10.000 Quadratmetern bis zu 1.600 Getränkesorten und weitere Artikel für den Einsatz in Gastronomie und Einzelhandel. Per Lkw und Transporter beliefert Sagasser unter anderem den großen eigenen Getränkemarkt im Würzburger Gewerbegebiet in Lengfeld, aber auch eine Vielzahl von Gastronomiebetrieben in der Region. Rund ein Drittel des Umsatzes von zuletzt 250 Millionen Euro jährlich macht das Familienunternehmen mit Großabnehmern aus dem Gastrogewerbe. Den Großteil des Umsatzes generiert Sagasser allerdings in seinen Fachmärkten.

Wertschöpfung in der Region als Motor für den Familienbetrieb

Die Orientierung an einem festen Wertesystem und regionale Verbundenheit sind Cornelius Sagasser wichtig. Verlässlichkeit und ökologisches Bewusstsein spielen dabei eine ebenso große Rolle wie das Besinnen auf die eigenen Wurzeln. „Wir leben im Paradies in Franken“, schwärmt der Unternehmer. Wein und Bier seien als regionale Produkte fester Bestandteil des Portfolios. Dabei gehe es ihm nicht nur um Genussmittel, sondern auch um die gute Versorgung mit Lebensmitteln allgemein und die Stärkung der heimischen Wirtschaftskreisläufe. „Ich möchte die Wertschöpfung von Anfang bis Ende hier in der Region halten“, so Sagasser. Das sei sein Antrieb und die Motivation, die er auch an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitergeben wolle.

Politische Entscheidungen erschweren die Marktentwicklung

Bislang ist Sagasser im Raum Würzburg nur in Lengfeld und Bergtheim vertreten. Die größte Herausforderung sei aktuell die Suche nach geeigneten Standorten, führten Geschäftsführer Gert Rummel und Expansionsleiter Tim Krüger aus. Aber auch die anspruchsvolle und teure Ausbildung von Berufskraftfahrern sei ein Thema. Die im Oktober 2026 von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Zuckersteuer, hohe Kraftstoffkosten und immer wieder aufkommende Gespräche über höhere Steuern auf alkoholhaltige Getränke würden das Geschäft zusätzlich erschweren.

Trotz aller Widrigkeiten eröffnete Sagasser im April 2026 einen neuen Getränkemarkt in Sennfeld bei Schweinfurt. Cornelius Sagasser zeigt sich optimistisch, dass das Familienunternehmen in Mainfranken weiter expandiert – und die Lastwagen mit der Aufschrift Sagasser auch hier heimisch werden.

Landrat Thomas Eberth: „Wir reden viel über die Entscheidungen, die Politiker in Brüssel oder Berlin treffen. Dabei dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, was vor Ort passiert.“ Die Vielfalt der Angebote, die Vernetzung der verschiedenen Akteurinnen und Akteure und die stabile Versorgung mit regionalen Gütern seien wichtige Bausteine für den regionalen Handel. In diesem spannenden Handlungsfeld wolle der Landkreis Würzburg ein starker Partner an der Seite aller Unternehmen sein, um die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam anzugehen.