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22.11.2018

Abschluss des Projekts "Bewegt und genussvoll durchs Kita-Jahr" in Estenfeld

Kinder, deren Organe, Denkvermögen und Persönlichkeit sich noch in der Entwicklung befinden, brauchen wesentlich mehr Bewegung als Erwachsene.

Soweit die Theorie. In der Praxis schaut es leider anders aus: Immer mehr Kinder haben zu wenig Bewegung. Die kindliche Umwelt bietet immer weniger Spiel- und Bewegungsräume.

Auch in den Kindertageseinrichtungen stimmen räumliche und organisatorische Bedingungen oft nicht mit dem Bedürfnis nach Bewegung überein. Dies war Anlass für das Amt für Jugend und Familie, im Herbst 2018 das Projekt „Bewegt und genussvoll durchs Kitajahr“ zu starten.

In vier Modulen wurden Mitarbeiterinnen von Kindertageseinrichtungen geschult, um dem Sport und der Bewegung in der Kita den notwendigen Stellenwert einzuräumen. Am Projekt nahmen 16 Kindertagesstätten aus dem Landkreis Würzburg teil.

Beim Abschluss in der Estenfelder Kinderkrippe Farbenkleckse überreichte Miriam Meder, Geschäftsbereichsleiterin Jugend, Soziales und Gesundheit am Landratsamt Würzburg, den erfolgreichen Teilnehmerinnen Urkunden und gut gefüllte „Bewegungskisten“ für die praktische Arbeit.

Wichtig war den Organisatorinnen, Kita-Fachaufsicht Ursula Bördlein und Sportreferentin Sandra Handke, aufzuzeigen, dass Bewegung unkompliziert und mit Spaß in den Kita-Alltag integriert werden kann.

„Bewegungserfahrungen bilden die Grundlage für die Entwicklung des kindlichen Denkens. Selbst unsere Sprache drückt den ursächlichen Zusammenhang zwischen Bewegung und Denken aus. Das Greifen wird zu einem Be-greifen, das Fassen zu einem Er-fassen“, erklären Bördlein und Handke.

Oliver Hösel, Motopäde und Psychomotoriktherapeut aus Würzburg, informierte über die Bedeutung der Bewegung für die Gesundheit und die kognitive und seelische Entwicklung der Kinder.

Er erläuterte den Teilnehmerinnen grundsätzliche Zusammenhänge: In der Bewegung trainieren Kinder auf spielerische Weise, was sie für ihr Leben benötigen. Kinder haben deshalb einen natürlichen Drang zum Toben, Klettern, Rennen, Springen, Hüpfen, Balancieren und Schaukeln, den sie täglich ausleben sollten.

Kann das kindliche Grundbedürfnis nach ausreichenden und vielfältigen Bewegungserfahrungen nicht genügend ausgelebt werden, kommt es zu körperlichen, geistigen und auch zu seelischen Beeinträchtigungen.

In Bewegung kommen – in Bewegung bleiben

An zwei Samstagen hieß es dann „In Bewegung kommen“ und „In Bewegung bleiben“. Annette Beck, Leiterin des Kinderhauses Blumenwiese in Hettstadt und Übungsleiterin im Elementarbereich, Fitnesstrainerin und Yoga-Move-Trainerin vermittelte folgende Botschaft:

„Bewegungserziehung muss wieder mehr in den Fokus unserer Arbeit gerückt werden. Wir müssen selbst keine Sportskanone sein. Mit einfachsten Mitteln und ohne große Vorbereitungszeit können pädagogisch wertvolle Turnstunden erarbeitet werden.“

Zu einer gesunden Entwicklung gehört natürlich auch die gesunde Ernährung. Deshalb rundete ein Fortbildungsmodul zur gesunden Ernährung das Projekt ab.

In Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Würzburg erläuterten die Referentinnen Melanie Ulzheimer und Annegret Hager Theorie und Praxis und gaben praktische Tipps zum Essen und Trinken für Klein- und Kindergartenkinder.