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08.12.2023

Jugendkreistag tritt neu zusammen: Was die Jugendlichen jetzt verändern möchten

Mit 17 Tagesordnungspunkten hatte sich der Jugendkreistag Würzburg in seiner jüngsten Sitzung einiges vorgenommen. Da das jugendpolitische Gremium in eine neue Amtsperiode startete, stand zunächst die Wahl der drei Sprecherinnen und Sprecher an.
Zur ersten Sprecherin wiedergewählt wurde Mia Morell, die dieses Amt bereits seit Gründung des Jugendkreistags 2019 innehat. Als zweiter Sprecher setzte sich Noah Schley durch. In der Wahl zum dritten Sprecher entfielen die meisten Stimmen auf Alexander Lessing.

Stellvertretende Landrätin Karen Heußner, die die Sitzung leitete, gratulierte den dreien zu diesem Erfolg und lud sie direkt ein, ihre erste Amtshandlung vorzunehmen. Sie unterzeichneten die neue Geschäftsordnung des Jugendkreistags. Sie regelt unter anderem die Dauer der Amtsperiode, die Bildung von Arbeitsgruppen oder das Budgetrecht. Das Jugendgremium beschließt in eigener Verantwortung über die Verwendung des vom Kreistag gewährten Budgets, aktuell sind das 10.000 Euro im Haushaltsjahr.

   

Jugendkreistag spricht sich für Wahlordnung aus

Durchaus ein Finanzvolumen, mit dem die Jugendvertretung des Landkreises Würzburg einiges bewegen könne, ist Mia Morell überzeugt. Auch aus diesem Grund sprach sie sich dafür aus, die Besetzung des Jugendkreistags auf eine demokratischere Basis zu stellen. Derzeit findet die Auswahl der Jugendkreistagsmitglieder an den teilnehmenden Schulen statt, in der Regel durch Ernennung. Als Gegenentwurf stellte Morell die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe vor, die sich mit der Einführung von landkreisweiten Online-Wahlen beschäftigte.

Die Landkreisverwaltung brachte ihrerseits einen Vorschlag ein. David Josefs, Kommunaler Jugendpfleger, erläuterte die Eckpunkte einer möglichen Ernennungsordnung. Der Entwurf sieht vor, dass die Schulen interne Wahlen durchführen und jeweils Jugendkreisrätinnen und -kreisräte entsenden können. Damit die Abstimmung zum Erlernen demokratischer Prinzipien beiträgt, stünde die Kommunale Jugendarbeit den Schulen beratend und unterstützend zur Seite.
Nach einer lebhaften Diskussion sprach sich der Jugendkreistag mit großer Mehrheit für die Wahlordnung aus. Nun liegt der Ball beim Kreistag, der sich in seiner Sitzung im Mai 2024 mit dem Beschluss der Jugendlichen befassen wird und auch entscheiden muss, inwieweit der Verwaltung für die Organisation von Online-Wahlen personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden können.

   

29-Euro-Ticket auch für Schülerinnen und Schüler

Einmal mehr auf der Tagesordnung des Jugendkreistags standen Verbesserungen beim ÖPNV. Ein Antrag forderte, das Bayerische Ermäßigungsticket, also das vergünstigte Deutschlandticket zum Preis von 29 Euro, auch für Schülerinnen und Schüler zu öffnen. Doch wie es mit dem Deutschlandticket und seiner Preisgestaltung genau weitergeht, sei derzeit noch nicht abschließend geklärt, berichtete Sibylle Holste von der APG. Aus diesem Grund beschloss der Jugendkreistag, den Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung am 6. März 2024 zu nehmen.
Mit Sibylle Holste diskutierten die Jugendkreisrätinnen und -kreisräte auch über mögliche Verbesserungen bei den Busverbindungen im südlichen Landkreis. Auf Zustimmung stießen die Pläne der APG, das Rufbus-System neu zu denken. Zukünftig wird ein fahrplanloser Bedarfsverkehr eingerichtet, der freie Verbindungen zwischen den Ortschaften ermöglicht. Bei Spontanbuchung steht der Rufbus dann innerhalb von 60 bis 90 Minuten an der nächsten Haltestelle zur Abfahrt bereit. In Teilen der Landkreise Schweinfurt und Kitzingen ist der flexible Mobilitätsservice schon im Einsatz und kommt bei den Fahrgästen gut an.

Weitere Beschlüsse konnten mit Blick auf die Uhr nicht mehr gefasst werden. Mehrere Jugendkreisrätinnen und -kreisräte mussten die Sitzung aus Zeitgründen verlassen. Damit lag das notwendige Quorum für die Beschlussfähigkeit nicht mehr vor. Stellvertretende Landrätin Heußner dankte den Jugendlichen fürs Durchhalten. So sei Politik manchmal, sagte sie mit einem Augenzwinkern. „Nach den Entscheidungen über wichtige Formalia werden in der nächsten Sitzung des Jugendkreistags neben den aufgeschobenen Tagesordnungspunkten auch wieder neue Themen zur Beschlussfassung anstehen. Dann geht es verstärkt an die inhaltliche Arbeit!"