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11.06.2019

"Reizende Raupen" - Goldafterraupen kommen im südlichen Landkreis vermehrt vor

Im südlichen Landkreis Würzburg häuft sich das Vorkommen der Goldafterraupe. Bisher sind Meldungen aus Giebelstadt und Gelchsheim bei der unteren Naturschutzbehörde eingegangen. Auch die Streuobstbäume entlang der B 19 sind von dem Schädling befallen.


Gesundheitsgefahr für den Menschen

Die befallenen Gehölze sollen wegen möglicher Schädigungen für den Menschen unbedingt gemieden werden. Die Brennhaare der Raupen können starke allergische Reaktionen hervorrufen, im Allgemeinen ist dies ein großflächiger Ausschlag mit starkem Juckreiz, aber auch teilweise brennendem Schmerz.

Empfindliche Personen können durch das Einatmen schwere Atemwegsreaktionen bekommen. Es ist nicht nur der Kontakt mit den Raupen zu vermeiden, sondern auch mit den Gespinstnestern sowie der Aufenthalt unter den betroffenen Gehölzen. Gemeinden sollten befallene Bereiche unbedingt großzügig absperren.


Vorkommen der Goldafterraupen

Die Raupen treten an einer Vielzahl von Gehölzen auf (Obstbäume, Alleebäume, Hecken etc.). Sie lieben eher das freie Gelände und sind selten in Wäldern anzutreffen. Im Juni bis August legen die Weibchen ihre Eier, aus welchen nach zwei Wochen die Räupchen schlüpfen. Diese fressen die Bäume kahl und kriechen über den Boden zur nächsten Futterpflanze.

Die Tiere leben in Gespinstnestern, welche meist an den Triebspitzen von den Zweigen zu finden sind. Dort übernachten sie, tagsüber verlassen sie die Gespinste, um zu fressen. Die Gespinste dienen auch zur Überwinterung. Haben die Raupen ihr letztes Stadium erreicht, verpuppen sie sich einzeln in den Baumkronen, Stämmen oder am Boden und schlüpfen wenig später als Falter. Der Kreislauf beginnt dann von vorne.



Was kann man gegen die Goldafterraupe tun

Eine Pflanzenschutzmaßnahme zur Bekämpfung der Goldafterraupe ist nur in Ausnahmefällen – und in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde – sinnvoll.

Selbst bei Kahlfraß regeneriert sich der Baum wieder und treibt wenige Wochen danach wieder aus. Im Herbst ist es möglich, die Gespinste zu entfernen, in denen die Raupen überwintern. Dadurch kann ein Befall im nächsten Jahr reduziert bzw. diesem vorgebeugt werden. Bei der Entfernung ist unbedingt auf Schutzkleidung (Overall, Feinstaubmaske, Handschuhe) zu achten.


Bildet auch Gespinste, ist aber harmlos: die Gespinstmotte

In diesem Jahr tritt auch die Gespinstmotte in Massen auf, bedingt durch die letztjährige und diesjährige warme und trockene Witterung. Da auch diese Raupen Gespinste bilden, ist eine Verwechslung möglich. Im Gegensatz zur Goldafterraupe ist die Gespinstmotte für den Menschen völlig ungefährlich.


Unterscheidung von Goldafterraupe und Gespinstmotte

Beim Vorkommen der Gespinstmotte ist die komplette Pflanze mit miteinander verbundenen Gespinsten übersät, beim Goldafter sind die Gespinste fast ausschließlich an den Astspitzen.

Die Raupen der Gespinstmotte sind unbehaart, gelblich/grünlich mit schwarzen Augen und leben im Gespinst. Die Raupen des Goldafters sind mit rötlich/bräunlichen Brennhaaren versehen, die Grundfarbe ist dunkelbraun mit weißen Rückenflecken.

Diese Raupen der Gespinstmotte leben in den Gespinsten, die Goldafterraupen verlassen die Gespinste zum fressen und kehren am Abend zurück.

Für Fragen steht die Fachberaterin für Gartenbau und Gartenkultur und Landespflege, Jessica Tokarek, zur Verfügung. Telefon 0931 8003-5463, E-Mail j.tokarek@lra-wue.bayern.de.