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Naturschutz und Landschaftspflege (FB 51)

Alles im grünen Bereich, heißt es im Fachbereich Naturschutz und Landschaftspflege. Schließlich sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter häufig im Außendienst, also in der freien Natur, unterwegs. Sie prüfen zum Beispiel Bauprojekte im Hinblick darauf, ob geschützte Biber, Hamster oder auch die Schachbrettblume gefährdet würden. Denn sie alle stehen unter Artenschutz.

Gefordert sind die Experten der Unteren Naturschutzbehörde auch bei fachlichen Stellungnahmen, zum Beispiel bei Baugenehmigungs- und Flurbereinigungsverfahren. Und wenn eine Gemeinde ein Bau- oder Gewerbegebiet ausweisen möchte, sind die Belange des Naturschutzes ebenfalls zu prüfen.

Herr Möschle leitet diesen Fachbereich.


                                 
Aktuelle öffentliche Bekanntmachungen                        

Einladung zum Runden Tisch für das FFH-Gebiet "Tauber- und Gollachtal bei Bieberehren" am 22. Mai 2019

„Natura 2000“ ist ein europaweites Schutzgebietsnetz für besonders wertvolle Lebensräume und Arten. Dieses Netz besteht aus Fauna-Flora-Habitat-Gebieten (FFH) und Vogelschutzgebieten (SPA). In Managementplänen werden die notwendigen Maßnahmen zur Erhaltung dieser wertvollen Ausschnitte unseres europäischen Naturerbes dargestellt.

Zur Erstellung des Managementplans für das FFH-Gebiet „Tauber- und Gollachtal bei Bieberehren“ wurden von einem Planungsbüro im Auftrag der Regierung von Unterfranken Kartierarbeiten zu vorkommenden Arten und Lebensräumen durchgeführt. Um alle Beteiligten in die Planungen einzubeziehen, werden an einem „Runden Tisch“ die Ergebnisse der Kartierung vorgestellt und die geplanten Erhaltungsmaßnahmen miteinander besprochen.

Der Managementplan ist behördenverbindlich, für private Grundstückseigentümer und Flächennutzer ist die Umsetzung der Maßnahmen jedoch freiwillig. Besonders wertvolle Flächen sollen im Rahmen vertraglicher Vereinbarungen mit den Eigentümern bzw. Bewirtschaftern naturverträglich genutzt und somit langfristig erhalten werden.

Die Veranstaltung wird von der Höheren und Unteren Naturschutzbehörde durchgeführt.

Alle Grundstückseigentümer und -pächter sowie sonstige Interessierte sind hierzu herzlich eingeladen.

Datum: Mittwoch, 22.05.2019
Beginn: 15:00 Uhr
Ort: Feuerwehrhaus, Kirchstraße 32, 97243 Bieberehren

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Sorgatz (Tel.: 09 31/3 80-11 71, E-Mail: celine.sorgatz@reg-ufr.bayern.de), Höhere Naturschutzbehörde an der Regierung von Unterfranken.

                                                     

Ansprechpartner & Information

Im Bürgerservice A bis Z finden Sie die wichtigsten Dienstleistungen der Naturschutzbehörde mitsamt zugehöriger Ansprechpartner.

Sie benötigen nur schnell ein Formular aus diesem Bereich? Unter Formulare - Naturschutz ist bestimmt das passende zum Herunterladen dabei.

 

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Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege
© Herbert Ehehalt

Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege

                             

Weitere Themen & Projekte

Anlegen von Blühflächen und insektenfreundlichem Grünland

Die Untere Naturschutzbehörde informiert:

Nachdem mittlerweile eine Reihe von Anfragen bzgl. der Anlage von Blühflächen und insektenfreundlichem Grünland von Kommunen an die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Würzburg herangetragen wurden, möchten wir Ihnen im Folgenden einige Hinweise zu diesem Thema an die Hand geben:      

                                                                             

Grünland

  1. Ist die Fläche bereits eine kommunale Grünfläche, ist eine Aufwertung hin zu einem arten- und blütenreichen sowie insektenfreundlichen Grünland mit einer angepassten Pflege möglich. Die Umstellung von Mulch-Mahd auf eine Mahd zu einem geeigneten Schnittzeitpunkt mit Abfuhr des Mahdguts sowie eine Schnitthöhe von mindestens 10 cm kann bereits eine erhebliche Verbesserung für Insekten bewirken. Hier wäre ein Schnittzeitpunkt nach dem Aussamen der Blühpflanzen im Zeitraum zwischen Anfang und Mitte Juli notwendig. Ein weiterer Schnitt sollte sich am Aufwuchs orientieren und frühestens acht Wochen nach dem ersten Schnitt stattfinden.

    Das Mahdgut sollte vor dem Abräumen zwei bis drei Tage auf der Fläche verbleiben, sodass vorkommende Insekten fliehen können. Es sollten mindestens 20 % der Fläche als Altgrasstreifen stehen bleiben und erst beim nächsten Mähdurchgang entfernt werden. So sind noch genügend Strukturen zum Schutz und als Versteckmöglichkeiten für Heuschrecken, Zikaden und Ähnlichem vorhanden. Bei einer ausreichenden Flächengröße, kann auch eine extensive Beweidung den Reichtum an Blühpflanzen und Insekten langfristig erhöhen. Durch eine extensive Beweidung kann ein kleinflächigeres Mosaik unterschiedlicher Entwicklungs- und Blühstadien entstehen und so ein langfristiges Nahrungs- und Versteckangebot belassen werden

  2. Handelt es sich um artenarmes Grünland, welches fast ausschließlich aus Gräsern besteht, so kann mithilfe einer streifenweisen Ansaat von gebietsheimischen (autochthonen) und standortgerechten Grünlandmischung (Verhältnis Blühpflanzen : Gräser 70:30) dem Blütenreichtum nachgeholfen werden. Je nach Umfang und Ausprägung der Maßnahme ist ggf. ein Antrag auf Grünlanderneuerung beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten  zu stellen. Der Umbruch von Dauergrünland ist zu vermeiden.

   

Acker

  1. Wird eine Fläche bislang als Acker genutzt, kann dieser durch die Ansaat von gebietsheimischen Mischungen zu einem artenreichen Extensivgrünland oder zu einer Blühfläche entwickelt werden. Ein Vorteil, den das Extensivgrünland gegenüber einer Blühfläche aufweist, ist, dass lediglich einmal eingesät werden muss und mithilfe einer angepassten Pflege das Grünland dauerhaft erhalten werden kann. Die Blühfläche hingegen muss, je nach Mischung, spätestens alle zwei bis drei Jahre neu eingesät werden.

Bitte beachten Sie: Je nach Standort sowie dem angestrebten Entwicklungsziel sind spezifische Saatmischungen notwendig. Aus diesem Grund ist keine allgemein gültige Empfehlung möglich. Bitte verwenden Sie keine gebietsfremden Standardblühmischungen, da diese die einheimische Flora und ggf. auch die Fauna negativ beeinträchtigen können und setzen Sie sich im Zweifel mit dem Landschaftspflegeverband Würzburg oder der unteren Naturschutzbehörde Würzburg in Verbindung. Wir stehen Ihnen bei der Entwicklung und Aufwertung kommunaler Freiflächen gerne beratend zur Verfügung. Für naturschutzfachliche Ausgleichsflächen, die Bestandteil eines Genehmigungs-verfahrens waren, gelten die Festsetzungen zur Herstellung und Pflege der Flächen des jeweiligen Bescheides bzw. der Planfeststellungsunterlagen.

               

Sonderfall Wegränder, Böschungen und Ranken

1. Nährstoffarme Bereiche mit schwach ausgeprägtem Bewuchs sollten nur einmal pro Jahr im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr vor der Vegetationsperiode gemäht werden.

2. Nährstoffreiche Bereiche mit starkem Bewuchs sollten zweimal jährlich gemäht werden. Dabei sollte die erste Mahd nicht vor Mitte Juli erfolgen und nur einen schmalen Streifen von ca. 50 cm neben dem Weg erfassen. Bei der zweiten Mahd im Spätherbst sollte dann über die gesamte Breite gemäht werden, wobei auch hier das Belassen von Altgrasstreifen sowie eine Schnitthöhe von 10 cm sinnvoll ist.

3. Die beiden Seiten eines Weges sollten nicht gleichzeitig, sondern im zeitlichen Abstand von drei bis vier Wochen gemäht werden. Alternativ können die Wegränder auch abschnittsweise gemäht werden.

4. Das Mahdgut sollte vor dem Abräumen etwa zwei bis drei Tage auf der Fläche verbleiben, sodass vorkommende Insekten fliehen können.

Weitergehende Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter

http://www.bluehpakt.bayern.de/bluehpakt/index.htm

                                    

Streuobstwiesen im Landkreis

Streuobstbestände sind ein prägendes Element der mainfränkischen Kulturlandschaft. Sie sind teils Wiese, teils Wald und gehören damit zu den artenreichsten Lebensgemeinschaften Europas. Bis zu 5.000 Tierarten finden dort ein Zuhause.

Für ihren Erhalt sind Streuobstbestände auf die dauerhafte, traditionelle und naturschonende Pflege durch den Menschen angewiesen. Bei dieser Bewirtschaftung entsteht eine ungeheure Vielfalt an Produkten - von einer Fülle an Obstsorten über Honig und Marmeladen bis hin zu Säften und Spirituosen. Vertrieb und Kauf dieser regionalen Produkte sind damit eine wesentliche Grundlage für die Erhaltung der wertvollen, landschaftsprägenden Bestände.

Um diese Vielfalt vorzustellen und den Erhalt zu unterstützen, veranstalten Landkreis und Stadt Würzburg gemeinsam mit weiteren Partnern einen Streuobsttag mit Apfelbörse, der erste fand im September 2016 statt.

Dabei präsentieren die Akteure Äpfel und Produkte aus heimischen Streuobstwiesen, Beratung durch den Pflanzendoktor, Sortenbestimmung durch Pomologen (Apfelkundler), Apfelverkostung sowie die Möglichkeit zum Süßmost pressen und probieren.

Aktuelle Termine geben wir rechtzeitig im Veranstaltungskalender an.

 

Biberschutz im Landkreis

Der Biber breitet sich im Landkreis Würzburg aus und besiedelt inzwischen viele Bäche und auch die Ufer des Mains. Diese Entwicklung ist sehr erfreulich, da er mit seinen Aktivitäten zur Verbesserung der ökologischen Funktion der Fließgewässer und zur Artenvielfalt beiträgt.

Die Aktivitäten des Bibers verursachen durch Aufstauungen der Gewässer oder Befraß von Nutzpflanzen aber auch Probleme auf den angrenzenden Grundstücken.

Für alle Konflikte, die mit der Rückkehr des Bibers in die Kulturlandschaft zusammenhängen, gibt es bewährte Lösungen. Insbesondere stellt der Freistaat Bayern Mittel zur Verfügung, um Verluste und Schäden auszugleichen.

Kontakt zum Biberbeauftragten

Die Untere Naturschutzbehörde ist für die Erfassung und Vorbereitung des Ausgleichs der Biberschäden zuständig. Der Biberbeauftragte ist Herr Dr. Gauer.

Schäden melden

Zunächst ist es wichtig, dass ein Schaden binnen einer Woche nach Feststellung telefonisch oder schriftlich mit Angaben zum Ort (Gemarkung, Flurnummer) sowie zum Umfang des Schadens (Kultur, Fläche) vom Geschädigten gemeldet wird

 

MainMuschelkalk

Die Naturschutzbehörde koordiniert das Projekt LIFE+MainMuschelkalk im Landkreis Würzburg.

LIFE+ ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur finanziellen Unterstützung von Umwelt- und Naturschutzprojekten in so genannten Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH-Gebiete, Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ in der europäischen Union). Die EU übernimmt dabei etwa die Hälfte aller anfallenden Kosten bei einem Gesamtbudget von über 2,5 Millionen Euro.

Ziel des Projekts ist die Sicherung der FFH-Gebiete auf Muschelkalk entlang von Main, Saale und Wern auf 4.670 ha als Verbundachse zwischen Mittelmeer und den südosteuropäischen Steppen. Als Projektpartner haben sich die Landkreise Main-Spessart, Bad Kissingen und Würzburg, die Stadt Würzburg sowie das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz zusammengeschlossen.

Der Bayerische Naturschutzfonds finanziert das Projekt mit. Im Landkreis Würzburg wurden Maßnahmen in den Gemeinden Leinach, Thüngersheim, Güntersleben, Veitshöchheim, Winterhausen, Sommerhausen und Ochsenfurt durchgeführt. 

Weitere Informationen finden Sie unter MainMuschelkalk.de.

 

Naturschutzwächter

Elf ehrenamtliche Naturschutzwächter im Landkreis (davon seit Mai 2014 eine Frau) sorgen mit Leib und Seele dafür, dass weiterhin alles im grünen Bereich bleibt.

Aufgabe der Naturschutzwacht ist in erster Linie das vorbeugende Tätigwerden, wie das Aufklären der Bevölkerung über naturschutzfachliche Zusammenhänge, Förderung der Bewusstseinsbildung für Naturschutz und Landschaftspflege sowie die Funktion als Ansprechpartner der Bevölkerung, der Verbände und der Fachbehörden.

Aber auch die Kontrolle der Einhaltung von naturschutzrechtlichen Verboten und Auflagen gehört zu den Aufgaben der Naturschutzwächter. Damit unterstützen, entlasten und ergänzen die Naturschutzwächter die Arbeit des amtlichen Naturschutzes.

 

                                 

Das Aufgabenspektrum der Unteren Naturschutzbehörde

  • Naturschutzrecht
  • Hauptamtliche Fachkräfte für Naturschutz
  • Landschaftspflege
  • Naturschutzwacht, Naturschutzbeirat
  • Gartenkultur- und Landespflegefachberatung
  • Betreuung der Außenanlagen der landkreiseigenen Liegenschaften in Ochsenfurt
  • An- und Verkauf von Grundstücken zum Zweck des Naturschutzes einschließlich der notariellen und grundbuchrechtlichen Abwicklung
  • Bewirtschaftung und Unterhaltung der für Zwecke des Naturschutzes beschafften Grundstücke einschließlich Erhaltung der Verkehrssicherheit
  • Geoinformationssystem

 

 

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